Büros oder Läden statt Pery-Bar?

Bern

Möglicherweise verschwindet eines der bekanntesten Stadtberner Trendlokale: Nachdem Wirt Vincent von Wattenwyl den Bettel hingeworfen hat, ist die Zukunft der Räblus und Pery-Bar am Schmiedenplatz ungewiss.

Die Pery-Bar ist geschlossen.

Die Pery-Bar ist geschlossen.

(Bild: Jürg Spori)

«Die Räblus aus der Asche – wir arbeiten an der neuen alten Räblus.» Diesen Slogan hat Wirt Vincent von Wattenwyl nach dem Brand seiner Trendlokale Räblus und Pery-Bar vor 17 Monaten auf der Homepage publiziert.

Das Gebäude wird aus Schutt und Asche auferstehen – jedoch wohl nicht mehr als Räblus und Pery-Bar. Nachdem Wirt Vincent von Wattenwyl den Bettel hingeworfen hat, dürfte einem der bekanntesten Trendlokale wohl das letzte Stündchen geschlagen haben.

Umnutzungsgesuch wäre nötig

Seit von Wattenwyl am Sonntag das Handtuch geworfen hat, wird in Bern über die Zukunft der 270 Jahre alten, denkmalgeschützen Liegenschaft spekuliert. Gäste des Trendlokals befürchten, dass in den Räumen – in denen bisher getanzt und gegessen wurde –Büros, Wohnungen oder sogar Läden entstehen könnten. Dazu wäre allerdings ein entsprechendes Umnutzungsgesuch notwendig.

Die Liegenschaft gehört der Bauunternehmung Ghielmettis Söhne in Bern. Ihr gehört zudem das Haus über dem Hof zur Marktgasse. Hier ist auch die Modekette Hennes&Mauritz (H&M) eingemietet. Freddy Ghielmetti, CEO der Bauunternehmung Ghielmettis Söhne, wollte sich am Montag über die zukünftige Nutzung der Liegenschaft nicht äussern.

Gäste und Nachbarn bedauern Schliessung

Auf Bernerzeitung.ch bedauern Gäste das Ende der Räblus und der Pery-Bar: «Wer Vincent von Wattenwyl kennt, weiss, mit welchem Engagement und Herzblut er seine Räblus mit der Pery-Bar zu einer der gern besuchtesten wie stilvollsten Locations gemacht hat», schreibt ein Blogger. Und: Bern verliere neben dem Sous-Soul ein weiteres Ausgehbijoux erster Güte.

Auch die Wirte der angrenzenden Restaurants bedauern den Wegzug ihres Nachbarn: «Vincent von Wattenwyl hat dem Schmiedenplatz vor 13 Jahren neues Leben eingehaucht – davon konnten wir auch stark profitieren», lobt Anker-Wirt Beat Bill seinen Nachbarn. Es wäre Sünd und Schande, wenn die Liegenschaft für Büros oder Läden umgenutzt würde, so Bill.

Auch für den Schmiedstube-Wirt Walter Forrer sei Vincent von Wattenwyl mit seinem Lokal eine grosse Bereicherung gewesen. «Er hat in der Ausgehmeile am Schmiedenplatz neue Akzente gesetzt», sagt Forrer. Man habe nie gegeneinander, sondern immer miteinander gearbeitet und so Synergien genutzt. Walter Forrer hofft: «Es wäre schön wenn die Räblus und die Pery-Bar in irgendeiner Form weitergeführt würden.» Sonst würde er halt dann Konzerte auf dem Platz organisieren.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt immer noch

17 Monate nach dem Brand in der Räblus und Pery-Bar ist einzig klar, dass der Brand gelegt wurde. Ungeklärt ist noch immer, warum innert drei Stunden zweimal Feuer ausbrechen konnte und wer die Liegenschaft angezündet hat. Zwei Strafverfahren sind noch immer hängig. Der zuständige Staatsanwalt Stephan Neuhaus wollte sich gestern zu den Ermittlungen und zum Stand der Verfahren nicht äussern.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...