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Bürgerliche wollen Rot-Grün Beine machen

BernBürgerliche fordern Rot-Grün auf sportlichem Terrain heraus: In einer gemeinsamen Motion verlangen Parlamentarier von SVP bis GLP eine verbindlichere Sanierungsplanung für die altersschwachen städtischen Sportanlagen.

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Sportstadt Bern? Im vergangenen Februar verordnete der Kanton aus Sicherheitsgründen die sofortige Schliessung der Turnhalle Schönau. An den Hauptträgern der Dachkonstruktion lösten sich Klebestellen, sodass das Dach als einsturzgefährdet taxiert wurde und sich notfallmässige Sanierungsarbeiten aufdrängten.

Namentlich für den Stadtturnverein Bern, Hauptmieter der Hallen in der Schönau, war dieser unvorhergesehene Notfall eine Herausforderung. Praktisch über Nacht mussten für zahlreiche Trainings Alternativen gefunden werden.

Imageschaden für Sportstadt

Das angeschlagene Dach der Sporthalle Schönau ist kein Einzelfall. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die städtischen Wasser- und Eisanlagen Altersgebrechen aufweisen. Das Alter der Anlagen per se sei nicht das Problem, sagt Reto Zimmermann.

Aus Sicht der Sportvereine wäre es aber wünschenswert, dass Sanierungen langfristiger geplant werden, damit man sich organisieren könne und Notfallübungen vermieden würden, findet er. Abgesehen davon seien wegen unbehandelter Altersschäden ausfallende Anlagen schlecht für das Image der Sportstadt, als die sich Bern gerne verstehe.

Jetzt macht eine vom jungfreisinnigen Stadtrat Tom Berger angeführte Koalition bürgerlicher Kräfte die altersschwachen städtischen Sportanlagen zum politischen Thema. Gestern reichte sie eine von FDP, GLP, BDP, CVP und SVP unterzeichnete interfraktionelle Motion ein, die eine verbindliche Planung für die Sanierung der Sportanlagen verlangt.

Die Motionäre weisen die Verantwortung für den «desolaten Zustand» der Sportstätten der rot-grünen Regierungsmehrheit zu, denn Investitionen für Sanierung und Unterhalt seien in den letzten Jahren immer wieder hinausgeschoben worden. Das soll ­künftig vermieden werden. Die bürgerliche Koalition will die Stadtregierung beauftragen, die Planung der Sportanlagensanierung rasch und verbindlich aufzugleisen und die gefährdeten Objekte zu priorisieren.

Finanziert über Verzicht

Christian Bigler, Leiter des Sportamts der Stadt Bern, bestätigt auf Anfrage, dass die Sanierung der Eis- und Wasseranlagen dringend sei.

Eine zentrale Frage ist, woher das Geld kommen soll, mit dem die ächzende Sportinfrastruktur der Stadt auf Vordermann gebracht werden soll. Die bürgerlichen Motionäre möchten das mit einem für Rot-Grün schmerzhaften Nadelstich tun: Die Finanzmittel seien «ohne Neuverschuldung im städtischen Budget zu kompensieren». Also über den Verzicht auf andere Investitionen.

Die Sportanlagen liegen in der investitionspolitischen Prioritätensetzung der Stadt unter anderem darum auf den hinteren Rängen, weil aufgrund steigender Schülerzahlen in neuen Schulraum und in Schulsanierungen investiert wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.12.2017, 11:12 Uhr

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