Buchers Show

Ein Kommentar von Oliver Meier, Ressortleiter Kultur zur Suche nach dem neuen Chef oder der neuen Chefin von Kunstmuseum und Klee-Zentrum.

Oliver Meier@mei_oliver

Man suchte einen Präsidenten, und es kam ein General. So etwa sehen es Personen aus dem Umfeld der Dachstiftung, die dem Wirken von Jürg Bucher wenig gewogen sind. Zu Recht? Gewiss: Der Ex-Postchef interpretiert sein neues Amt an der Spitze von Kunstmuseum und Klee-Zentrum dezidiert aus der Warte eines altgedienten Spitzenmanagers, der aus zwei KMU das Optimum an Synergien herausholen will. Ob man Kunstbetrieben damit gerecht wird, ist fraglich.

Buchers Offensive hat jedoch viel für sich. Jahrelang ist mit Blick auf die Zusammenführung der Häuser zu viel taktiert und laviert worden. Nun geht es vorwärts – in die richtige Richtung. Der Entscheid für eine gemeinsame künstlerische Leitung macht Sinn. Und die unbernische Ambitionsrhetorik hat auch etwas Erfrischendes.

Der Auftritt am Donnerstag war eine Bucher-Show, die Inszenierung von Führungsstärke. Der Präsident ist nun aber mächtig unter Druck. Er hat den Abgang des Klee-Direktors Peter Fischer zu verantworten. Jetzt muss er eine Leitungsfigur finden, die noch höheren Ansprüchen genügt. Das dürfte schwierig werden, auch weil das Führungsmodell die Kompetenzen von vornherein beschränkt.

Klar ist, dass es nun ein Gegengewicht zur Managerlogik braucht, die im Stiftungsrat vorherrscht. Das heisst: Für den Direktionsposten ist eine Person mit künstlerischen Visionen gefragt – der abtretende Klee-Direktor kann als Vorbild dienen.

oliver.meier@bernerzeitung.ch

Berner Zeitung

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