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Brüggemann und Stutz fast wie Dorfer und Hader

Das Berner Theater Matte steigt mit einem 25-jährigen Filmhit in die Saison. «Indien» startet harzig und nimmt dann Fahrt auf.

Das Matte Theater in Bern zeigt zum Saisonstart einen 25-jährigen Filmhit.
Das Matte Theater in Bern zeigt zum Saisonstart einen 25-jährigen Filmhit.
Urs Baumann

Wie bringt man einen Roadmovie auf die Bühne? Die Frage ist zum Saisonstart im Berner Kleintheater Matte durchaus angebracht – auf den ersten Blick.

Die österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer brachten 1993 mit ihrem Film «Indien» ihre Karriere in Fahrt. Zwei Gastrotester tingeln durch Österreich, von Landgasthof zu Landgasthof.

Ein ungleiches Paar, das, so muss es einfach sein im Film, am Schluss unzertrennlich ist. Da ist der einfach gestrickte, vulgäre Heinz Bösel, der dem Schnapsgenuss nicht abgeneigt ist. Und der biederbrave, streberhafte, allgemein- und eingebildete Kurt Fellner.

Ein Vierteljahrhundert später

Hader und Dorfer gelang ein Publikumserfolg. Vor allem in Österreich und Deutschland, aber auch in der Schweiz lockte «Indien», bei dem es keineswegs um Indien geht, viel Publikum ins Kino. Ein Vierteljahrhundert später erinnert sich das Berner Theater Matte an den Film und bringt ihn auf die Bühne.

Oder besser: zurück auf die Bühne (Regie: Markus Maria Enggist). Denn der Film war bereits eine Adaption, er basierte auf einem Schauspiel, das Hader und Dorfer selbst geschrieben hatten. Anstatt im Auto und auf dem Zimmer in den Gasthöfen spielen sich in der Theaterfassung die Szenen fast ausschliesslich in den Gaststuben ab.

Wiederholte kleine Anpassungen an der Bühnenbildbeiz (Bühne: Fredi Stettler) nehmen das Publikum mit auf die Reise. Dänu Brüggemann (als Fellner) und Walter Stutz (als Bösel) treten an die Stelle der grossen Humoristen Dorfer und Hader – und bekunden zunächst Mühe.

Die Charaktere wirken am Anfang schematisch und überspielt. Weniger Gestik und Hektik wäre da insbesondere bei Brüggemann mehr, selbst wenn es gilt, die Unterschiede des ungleichen Paars herauszuspielen. Doch das Duo kommt auf Touren. Je näher sich Bösel und Fellner kommen, desto besser werden die beiden Berner in der mattetypischen Mundartfassung.

Am Schluss des 90-minütigen Theaterabends mag man sich gar nicht mehr von diesen beiden trennen. Obwohl nicht weniger als das Leben und der Tod verhandelt werden. Und spätestens als die letzten weisen Worte von einem der beiden, die mittlerweile dickste Freunde geworden sind, vom Presslufthammer der Spitalbaustelle übertönt werden, – spätestens da trägt der schwarze Humor der Komikasse Hader und Dorfer den Abend im Theater Matte in die Kategorie ­«erfreulich».

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