Brönnimann kandidiert fürs Gemeindepräsidium

Köniz

Ein Jahr vor den Wahlen liess er am Freitag als Erster die Katze aus dem Sack: GLP-Gemeinderat Thomas Brönnimann möchte neuer Könizer Gemeindepräsident werden.

Mitzubauen reizt ihn weiterhin: Thomas Brönnimann (GLP) – hier vor dem Wabernstock – kandidiert für das Könizer Gemeindepräsidium.

Mitzubauen reizt ihn weiterhin: Thomas Brönnimann (GLP) – hier vor dem Wabernstock – kandidiert für das Könizer Gemeindepräsidium.

(Bild: Andreas Blatter)

Lucia Probst

Seit den letzten Wahlen sitzt er im Könizer Gemeinderat. Seine Wahl war überraschend und knapp. Und hätte die BDP damals mit der SVP zusammengespannt, würde Thomas Brönnimann von der GLP wohl gar nicht in der Exekutive mitpolitisieren. Er tut es aber.

Und er möchte es weiterhin tun. Künftig sogar als neuer Könizer Gemeindepräsident. Gestern gab der 48-Jährige, der auch Grossrat ist, als Erster seine Kandidatur für das Spitzenamt bekannt – ziemlich genau ein Jahr bevor das Stimmvolk im September 2017 den neuen Gemeinderat wählen wird.

Brönnimann hatte Glück. Mit der Direktion Bildung und Soziales konnte der Ökonom, Jurist und Berufsschullehrer vor drei Jahren seine Wunschdirektion übernehmen. «Die Arbeit ist für mich zu dem Traumjob geworden, den ich mir vorgestellt hatte», blickt er zurück. Er weiss aber auch: Der Wahlsonntag könnte für ihn zum Albtraum werden.

Nur er allein

Als einziger Bisheriger überhaupt kann Brönnimann noch einmal antreten. Die andern vier Ratsmitglieder inklusive Gemeindepräsident Ueli Studer (SVP) müssen wegen Amtszeitbeschränkung aufhören. Es dürfte ihm persönlich also kaum an Stimmen fehlen. Aber damit er gewählt ist, muss auch die GLP den letztes Mal so knapp ergatterten Sitz erneut holen. «Es ist ein wackliger Sitz, wir müssen kämpfen, damit ich meinen Traumjob künftig noch habe», ist sich Brönnimann bewusst. Zumal die Zeiten der GLP-Höhenflüge vielerorts vorbei sind.

Zu diesem Kampf um den Gemeinderatssitz gehört es auch, nun fürs Präsidium zu kandidieren. Wer das nicht tut, wird sich im Wahlkampf kaum Gehör verschaffen können.

Zum Beispiel Wabern

Im dunkelblauen Pullover und mit dem Lausbubenblick, den man von ihm gut kennt, verkündete Brönnimann gestern im Wabernstöckli den Medien seine Kandidatur. Der Ort – er war von ihm nicht zufällig gewählt. Das Stöckli steht derzeit mitten auf einer Baustelle. Ein gutes Bild für ein paar politische Botschaften: «In Köniz gibt es viele Baustellen», so Brönnimann.

An Wabern liessen sich die Chancen, Risiken und Herausforderungen exem­plarisch zeigen, die auf die Gemeinde zukämen. Seine Tour d’Horizon reichte von den Verkehrsproblemen über neue Siedlungspläne und das Bevölkerungswachstum bis hin zu den überfüllten Schulhäusern.

Offiziell nominiert ist Brönnimann noch nicht, den Support des Parteivorstands hat er aber. Die Mittepartner EVP und CVP haben ihm für seinen Gemeinderatswahlkampf schon Anfang Jahr ihre Unterstützung in Aussicht gestellt. Ob die Mitteallianz auch im Präsidiumswahlkampf spielen wird, ist noch offen. Brönnimann rechnet mit viel Konkurrenz – vielleicht sogar mit solcher aus der EVP. «Ich werde einer unter vielen sein», sagt er.

Offenes Rennen

Damit dürfte er recht haben. Nebst den wählerstärksten SP und SVP werden sich nebst der GLP weitere kleinere Parteien im Präsidiumswahlkampf profilieren wollen. Allianzen dürfte es erst für den zweiten Wahlgang geben, der schon so gut wie sicher ist. Ändern wird sich viel im Gemeinderat. Wie die politischen Mehrheiten künftig aussehen, ist dabei schwer abschätzbar.

«Dass ich der Einzige bin, der noch bleiben kann, macht mir schon etwas Bauchweh», sagt Brönnimann. Das werde anspruchsvoll. «Auch das ist ein Grund dafür, dass ich fürs Präsidium kandidiere.»

Berner Zeitung

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