Breitseite gegen Stadtnomaden

Bern

Der Widerstand gegen die geplante Zone für alternatives Wohnen in Riedbach organisiert sich. Am Dienstag wurde ein Nein-Komitee gegründet, und Grossrat Thomas Fuchs lancierte eine eigene Kampagne.

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Die Bewohner der Eymatt verhinderten erfolgreich eine Umsiedlung der Stadtnomaden in das Gäbelbachtal. Mit der Gründung eines Komitees gegen die Schaffung einer Zone für alternatives Wohnen in Riedbach organisiert sich jetzt weiterer Widerstand. In Berns Westen sollen Wohnformen wie jene der Stadtnomaden in Zukunft einen fixen Platz auf 6000 Quadratmetern erhalten.

Bernerinnen und Berner stimmen am 22. September über die Vorlage ab. Das Komitee wird am 21. August über den Inhalt ihrer Kampagne informieren. Nebst bürgerlichen Politikern sitzen offenbar auch direkt betroffene Anwohnerinnen und Anwohner im Gremium.

Kampagne gegen Nomaden

Unabhängig vom neu gegründeten Nein-Komitee haben die Vereinigung Bernaktiv und der Bund der Steuerzahler eine eigene Kampagne lanciert. Federführend ist SVP-Grossrat Thomas Fuchs. Auf den comicartigen Inseraten sind einerseits ein Hüttendorf mit Bier trinkenden Leuten und viel Abfall sowie anderseits eine asozial ausschauende Familie zu sehen.

Fuchs fürchtet keine rechtlichen Schritte gegen die Kampagne: «Auf den Karikaturen ist nichts zu sehen, das man im Original nicht auch so vorfindet.» Im Begleittext schreiben die Vereinigungen, dass sie «gegen jegliche Wohnexperimente für Nomaden, Landstreicher, Chaoten, Aussteiger und Linksalternative» sind. Fuchs will sich in weiteren Nein-Komitees engagieren und schliesst nicht aus, dass er weitere Komitees gründen wird.

Keine Argumente geliefert

Daniel Kettiger, Rechtsanwalt des Vereins Alternative respektive der Stadtnomaden, schüttelt den Kopf über die Kampagne von Thomas Fuchs: «Ich persönlich finde die Kampagne primitiv und unbedarft.» Die Mitglieder des Vereins seien nicht einfach irgendwelche «Chaoten», sondern Leute, «die sich über die Art und Weise ihres (Zusammen-)Lebens bewusst Gedanken machen».

Laut SP-Co-Präsidentin Edith Siegenthaler kommen die Inserate «in typischem SVP-Stil» daher. Fuchs liefere keine Argumente gegen die geplante Zone: «Denn die kritisierten Details zum Leben in Riedbach werden durch eine Nutzungsvereinbarung geregelt werden und nicht mit der kommenden Abstimmung über den Zonenplan.»

Berner Zeitung

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