Breitenrain: Weniger Autos und mehr Bäume

Bern

Neue Gleise, neue Plätze, neue Verkehrsregelung und neue Tempolimits – das städtische Projekt «Dr nöi Breitsch» hält fürs Breitenrain-Quartier Änderungen bereit.

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Im Breitenrain bleibt kein Stein auf dem anderen. Das Gesamtprojekt «Dr nöi Breitsch» von Bernmobil, Energie Wasser Bern (EWB) sowie der Stadt Bern sieht für das Quartier etliche Veränderungen vor: In den kommenden Jahren sollen vom Kursaal bis zum Guisanplatz Tramgleise, Werkleitungen und Abwasserkanäle ersetzt werden. Auch die Strasse wird auf der ganzen Strecke saniert. Viktoria- und Breitenrainplatz werden beide umgestaltet. Tempo 30 soll auf der Achse fast flächendeckend eingeführt und damit der Veloverkehr verbessert werden.

Das Gesamtprojekt ist in sieben Teilprojekte unterteilt (siehe Grafik). Am Montagabend informierten Gemeinderätin Ursula Wyss (SP), Stadtingenieur Hans-Peter Wyss sowie Bernmobil-Direktor René Schmied die Quartierbevölkerung über die verschiedenen Elemente. Nicht nur zuhören, sondern auch mitreden kann die Bevölkerung ab kommendem Montag. Dann gehen die ersten Teilprojekte, darunter der neue «Breitschplatz», in die öffentliche Mitwirkung.

Verkehrsfreie Zone geplant

Geht es nach der Stadt, werden auf besagtem Platz Bäume gepflanzt und die Umsteigewege für ÖV-Benutzer verkürzt. Der «Breitschplatz» soll grüner werden und vermehrt der Bevölkerung zugutekommen. Als Richtschnur dient das Projekt Amélie, das damals den Projektwettbewerb gewann (siehe Bild). Für Gesprächsstoff könnte die geplante verkehrsfreie Zone sorgen, die vom Vorplatz der Migros bis zum Breitenrainplatz reichen wird (rund zwanzig Meter auf der Breitenrainstrasse).

Bereits im Vorfeld gab es Streit wegen des Trottoirs an der Moserstrasse. Die Stadt plante, den fünf Meter breiten Gehweg mit Parkfeldern zu belegen. Der Grund: Weil auf der Moserstrasse ein unbefahrbarer Mittelstreifen sowie ein Velostreifen geplant waren, hätten die derzeit noch am Strassenrand parkierten Autos dort keinen Platz mehr gehabt und wären aufs Trottoir ausgelagert worden.

Dies würde den Tod dieser Geschäftsstrasse bedeuten, fanden über siebzig Anwohner und Geschäftsbesitzer und wehrten sich gegen die Pläne – und hatten Erfolg. Aus dem am Montag vorgestellten Projekt wurden die Parkplätze gestrichen. «Wir haben beim umstrittenen Teilprojekt zusammen mit der Quartierbevölkerung und der Quartierkommission eine Lösung gefunden», sagte Gemeinderätin Ursula Wyss.

Aus zwei Stationen wird eine

Auch weiter vorne im Quartier, beim Viktoriaplatz, gibt das Grossprojekt zu reden. Der Grund: Die heutige Haltestelle Viktoriaplatz der Tramlinie 9 soll aufgehoben werden. Dafür wollen die Verkehrsplaner die Haltestelle Spitalacker stadteinwärts verlegen, bis zur Abzweigung Moser- und Schläflistrasse.

Auch der Viktoriaplatz wird neu gestaltet. Was besonders Fahrschüler freuen wird: Der heutige Rechtsvortritt auf der Kreuzung soll aufgehoben und durch einen Kreisel ersetzt werden. Das Projekt «Dr nöi Breitsch» wird über mehrere Jahre realisiert. Die Bauarbeiten werden in Etappen ausgeführt und dauern voraussichtlich von Frühling 2015 bis Ende 2019. Die Stadt plant, die Bauarbeiten allenfalls mit jenen von Tram Region Bern zu koordinieren. Die Neugestaltung der Breitenrainstrasse wird zudem vom geplanten Neubau der Migros abhängig gemacht. Die Volksabstimmung über das Projekt findet frühestens im Juni 2015 statt.

Berner Zeitung

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