Kappelen

Bratwurst und Zweiter Weltkrieg

KappelenOktoberfest in Kappelen: Das ist auf der einen Seite der Strasse Bierzelt, ­Bratwurst und Flohmarkt und auf der anderen ein Treffen von Fans historischer Militärfahrzeuge und Kriegsutensilien.

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Etwa 70 historische Militärfahrzeuge hat der Verein Jeepfreunde Seeland am Oktoberfest in Kappelen ausgestellt. Die stolzen Besitzer kommen aus der ganzen Schweiz und sind zum Teil extra in originalen Uniformen angereist. So mischen sich scheinbar Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg unter die Festbesucher und erklären stolz ihre Oldtimer. Die tarngrünen Jeeps und Trucks können funken, steigen, klettern, durchs Watt fahren und sogar auf normalen Strassen unterwegs sein – verkehrstüchtig und zugelassen sind alle.

Aus der Zeit gefallen

Ueli Hofmann, Mitorganisator des Oldtimertreffens, sagt: «Ich bin mit meinem Jeep schon bis in die Normandie gefahren, das geht tipptopp.» Der Liebhaber alter Militärfahrzeuge schätzt nicht nur das Fahrgefühl – «schon etwas speziell zu fahren», sagt er –, sondern findet es vor allem wichtig, die alten Autos für die Nachwelt zu erhalten. Ihn fasziniert auch die grüne Tarnfarbe, weil er selbst beim Militär gewesen ist, wie er erklärt. Hofmann findet, dass die Wagen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs «das Fest beleben», auch wenn das bedeutet, dass schon mal ein altes Maschinengewehr auf einen Süssig­keiten­stand gerichtet ist.

70 Oldtimer-Militärfahrzeuge am Oktoberfest in Kappelen. Video: Enrique Muñoz García.

Wie aus der Zeit gefallen wirkt Fritz Zuber in Uniform mit seinem Ford-GPW-1943-Jeep, den er anderthalb Jahre lang in jeder freien Minute restauriert hat. «Ich interessiere mich für Geschichte, besonders für den Zweiten Weltkrieg», sagt er. 90 Prozent seines Jeeps sind original, doch oft muss er dennoch mühsam fehlende Teile aufspüren und reparieren. Das geht nur übers Internet – oder über Beziehungen. Ein historisches Militärfahrzeug kostet schnell schon mal 15 000 bis 20 000 Franken.

Für Militärfans der Star des Tages ist jedoch ein Kampfflugzeug inklusive Bordkanonen, die Mirage III RS. Ist sie früher mit Überschall geflogen, ist sie zum Oktoberfest als Sondertransport vorsichtig geschleppt worden. Besitzer Robert Kopp hat eine eigene Halle gebaut, in der das Flugzeug steht. Gemeinsam ist allen Fahrzeugen eine wechselvolle Geschichte. Aus den verschiedensten Ländern kommend, gelangten sie über Umwege in den Schweizer Bestand und erst nach ihrer Ausmusterung in die Hände von Armeefahrzeugliebhabern.

Das musste gefeiert werden. Wie ginge das passender als mit der Big Band History Swingers? Die Mitglieder der preisgekrönten Amateur-Big-Band tragen dazu amerikanische Armeeuniformen, während ihnen das MG eines waldgrünen Geländewagens im Hintergrund über die Schulter lugt. Die militärische Szene entspannt derweil bei Bratwurst vor dem Armeezelt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.09.2017, 20:55 Uhr

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