Brandstifter noch nicht gefasst

Bern

Ein Jahr nach dem Brand in der Räblus muss die Bevölkerung immer noch rätseln, wer das Haus angezündet hat. Unklar ist auch, warum es innert dreier Stunden zweimal brannte.

Meterhohe Flammen schiessen aus dem Dachstock der Räblus-Bar am Berner Schmiedenplatz.

Meterhohe Flammen schiessen aus dem Dachstock der Räblus-Bar am Berner Schmiedenplatz.

(Bild: Jürg Spori)

Am Montag vor einem Jahr, am 3.Oktober, brach im Restaurant Räblus am Berner Schmiedenplatz zweimal ein Brand aus. Zuerst um 6.30 Uhr im zweiten Stock. Dieses Feuer konnte die Feuerwehr rasch löschen. Sofort nahmen die Spezialisten des Dezernates für Brände und Explosionen der Kantonspolizei die Ermittlungen auf. Die Brandwache blieb vor dem Gebäude.

Fahnder mussten flüchten

Drei Stunden später, um 9.30 Uhr, stand plötzlich der Dachstock in Vollbrand. Die Brandfahnder mussten Hals über Kopf das Gebäude verlassen. Sie mussten derart rasch vor dem Feuer flüchten, dass sie die Schlüssel zu ihren Fahrzeugen im Restaurant zurückliessen. Um den anrückenden Löschfahrzeugen der Feuerwehr Platz zu machen, mussten bei ihren Autos die Scheiben zertrümmert werden, damit sie weggerollt werden konnten.

Fragen über Fragen

In der Bevölkerung kamen Fragen auf, warum es zweimal hintereinander gebrannt habe. Und ob die Brandwache versagt habe? Zwei Tage nach dem Inferno teilte die Polizei mit, dass der Brand gelegt worden sei. Man wolle abklären, was zwischen dem ersten und zweiten Brand passiert sei. Und die Berufsfeuerwehr teilte mit, dass ihre Arbeit korrekt abgelaufen sei.

Ein Jahr nach dem Brand ist immer noch unklar, wer das Feuer im zweiten Stock gelegt hat und warum es zweimal gebrannt hat.

Zwei Strafverfahren

Auf Anfrage dieser Zeitung hat der zuständige Staatsanwalt Stephan Neuhaus bestätigt, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind: Diesbezüglich seien zwei Strafverfahren hängig. In dem wegen Brandstiftung geführten Verfahren betreffend den ersten Brandausbruch sei die Täterschaft nicht ermittelt worden. Im andern Verfahren werde die strafrechtliche Verantwortlichkeit hinsichtlich des zweiten Brandausbruches geprüft. Weitere Angaben machte er infolge der laufenden Verfahren gegenüber dieser Zeitung nicht.

Der obere Teil des 270 Jahre alten, denkmalgeschützten Hauses wurde vom Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen. «Zwei Drittel vom ersten Stock aufwärts wurden zerstört», sagt Freddy Ghielmetti, CEO der Bauunternehmung Ghielmettis Söhne, welcher die Liegenschaft gehört.

Eröffnung im nächsten Jahr

Gegenwärtig wird das Gebäude saniert. Das Dach und die Fassade sind bald fertig. «Doch der Innenausbau ist sehr aufwendig, und deshalb werden die Arbeiten noch monatelang dauern», sagt Ghielmetti. Er könne nicht sagen, wann der Vollbetrieb der Räblus und der Pery-Bar wiederaufgenommen werden könne – doch er hoffe, im nächsten Jahr. Gegenwärtig kann Pächter Vincent von Wattenwyl den Betrieb nur beschränkt im Parterre weiterführen.

Berner Zeitung

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