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Etappensieg für die Bordellbetreiber

In der Aarbergergasse könnte bald ein weiteres Bordell seine Türen öffnen. Regierungsstatthalter Christoph Lerch hat den Betreibern die Bewilligung erteilt.

Das Bordell über dem Lokal Wunderbar an der Aarbergergasse wurde genehmigt.
Das Bordell über dem Lokal Wunderbar an der Aarbergergasse wurde genehmigt.

Die Proteste aus der Aarbergergasse wurden nicht erhört: Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) ist der Ansicht, dass in der Aarbergergasse ein weiterer Bordellbetrieb zulässig ist. In der belebten Gasse in der Innenstadt gibt es heute bereits zwei weitere solche Betriebe.

Die Gesuchsteller wollen oberhalb des Gastrolokals Wunderbar auf zwei oberen Stockwerken einen Prostitutionsbetrieb einrichten. Bislang betreiben sie auf drei Etagen einen Salon für Thai-Massagen. Der Regierungsstatthalter hat das Umnutzungsgesuch genehmigt.

Betreiber des Bordells wird der Unternehmer Dominic Schmid sein. Mieterin der Räumlichkeiten ist die B. J. R. ­Gas­tro GmbH. In der Geschäftsleitung dieser Gesellschaft wiederum sitzt Roland Staudenmann, der Geschäftsführer der Wunderbar und der Casa Marcello.

Öffnungszeiten beschränkt

Der Regierungsstatthalter betont in seiner Mitteilung, dass er die Nutzungsänderung mit Auflagen genehmigt habe. «Die Öffnungszeiten sind beschränkt. Von Sonntag bis Donnerstag darf der Betrieb von 9 bis 0.30 Uhr geöffnet sein. Am Freitag und am Samstag von 9 Uhr bis 1.30 Uhr. Die Schliessungszeit entspricht damit der Polizeistunde», sagt Lerch.

Weiter hat der Regierungsstatthalter verfügt, dass die Vorhänge und die Fenster des Lokals geschlossen sein müssen. «So ist sichergestellt, dass die Immissionen für die Nachbarn minimal sind.» Zudem ist für Lerch klar, dass auch der Aussenauftritt des Betriebs so diskret wie möglich sein muss. Und schliesslich steht für ihn fest: «Strassenprostitution ist nicht zulässig.»

Breite Protestfront

Gegen die Umnutzung der Räume gab es eine breite Widerstandsfront: Etwa ein Dutzend Private, die Interessengemeinschaft (IG) Aarbergergasse und 80 Personen, welche eine Kollektiveinsprache unterzeichnet hatten, haben gegen die Umnutzung Einsprache erhoben.

Sie machten geltend, dass die Aarbergergasse durch einen weiteren Prostitutionsbetrieb abgewertet und dadurch unsicherer werde. Zudem führten sie ins Feld, dass dieser übermässigen Lärm verursachen werde.

Wortführer der Einsprecher ist Bernhard Hüsser, der Wirt des Moléson und Präsident der IG Aarbergergasse: «Ich bedaure sehr, dass der Regierungsstatthalter das Bordell bewilligt hat», sagt er. Für ihn sei dieser Entscheid nicht nachvollziehbar. Ein weiteres Bordell sei für die Aarbergergasse eine Zumutung.

Er ist ganz grundsätzlich der Ansicht, dass der Staat aus Rücksicht gegenüber den Prostituierten dieses Gewerbe nicht weiter fördern soll. Auf einen Weiterzug des Entscheids wird er aber dennoch verzichten. Offen ist, wie sich die anderen Einsprecher entscheiden werden.

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