Bolligen hat Ittigen wieder lieb

Letzten Herbst strich Bolligen seine Beiträge für ­die Bibliothek Ittigen und sorgte damit für Irritation. Nun hat der Gemeinderat seine Meinung geändert.

Bolligen und Ittigen finanzieren verschiedene Angebote gemeinsam. Auch die Bibliothek Ittigen. Doch nun hat Bolligen den Beitrag an die Bibliothek unvermittelt gestrichen.

Bolligen und Ittigen finanzieren verschiedene Angebote gemeinsam. Auch die Bibliothek Ittigen. Doch nun hat Bolligen den Beitrag an die Bibliothek unvermittelt gestrichen. Bild: Beat Mathys

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Das Hallenbad, der Friedhof oder die Musikschule: Bolligen und ­Ittigen spannen in vielen Bereichen zusammen. So auch in Sachen Bücher ausleihen. Denn Bolligen hat keine eigene Bibliothek. Deshalb bezahlt die Gemeinde jährlich einen Beitrag an die Bibliothek Ittigen. Nach einer Budgetdiskussion wollte Bolligen dies ändern und die Zahlungen einstellen (wir berichteten).

Nun folgt die Entwarnung: Die Gemeinde wird den Beitrag von 27'000 Franken auch weiterhin zahlen, wie Gemeindepräsidentin Kathrin Zuber (FDP) auf Anfrage bestätigt.

Falsche Doppelspurigkeit

«Natürlich wollen wir an der ­regionalen Zusammenarbeit festhalten», begründet Zuber den Richtungswechsel. Der Entscheid, die Beiträge zu streichen, sei denn auch lediglich unglücklichen Umständen geschuldet gewesen.

Man sei fälschlicherweise von einer Doppelspurigkeit ausgegangen: Bolligen zahlt einerseits 10'000 Franken an die Kornhausbibliothek und andererseits 27'000 Franken an die Bibliothek Ittigen, die auch von der Kornhausbibliothek geführt wird.

Man sei deshalb davon ausgegangen, dass damit zweimal dasselbe Angebot finanziert werde. Was dabei nicht bedacht wurde: Mit dem Beitrag an Ittigen ermöglicht man aber einen vergünstigten Tarif für das Jahresabo in der Bibliothek Ittigen: Bolliger zahlen dort 50 statt 80 Franken.

Der Entscheid sorgte für Wirbel: Sogar eine Gemeindeinitiative stand kurz im Raum. Doch das sei nicht der Grund für das Umschwenken des Gemeinderates gewesen, sagt Zuber. «In diesem Jahr sitzen in Bolligen vier neue Gemeinderäte, diese haben die Situation neu eingeschätzt.» Sobald man gewusst habe, wozu das Geld sei, habe man entschieden, die Beiträge weiterzuzahlen.

Erleichterung in Ittigen

Erleichtert zeigt sich der Ittiger Gemeindepräsident Marco Rupp (BVI): «Wir freuen uns, dass es sich Bolligen noch einmal überlegt hat und wir weiterhin zusammenarbeiten.»

Finanziell wäre es für die Bibliothek Ittigen wohl nicht so dramatisch gewesen. Es wäre lediglich zu Unsicherheiten gekommen: «Wir hätten nicht gewusst, wie viele Bolliger den höheren Abopreis in Kauf genommen hätten.» Eine solche Situation, mit unterschiedlichen Tarifen für Bolliger und Ittiger wäre vor allem auch unschön, findet Rupp. «Schliesslich geht es um das Miteinander.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.04.2017, 07:52 Uhr

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