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Bolivien will «Ekeko» von Berner Museum zurück

Bolivien fordert vom Bernischen Historischen Museum die Rückgabe einer Steinfigur, welche die Gottheit Ekeko darstellen soll. Nun soll ein Gutachten klären, wem sie gehört.

Ekeko in La Paz, Bolivien: Die Steinfigur wurde im Palast des Präsidenten ausgestellt, nachdem sie von der Schweiz an Bolivien zurückgegeben wurde. Die Figur war zuvor für 156 Jahre in der Schweiz.
Ekeko in La Paz, Bolivien: Die Steinfigur wurde im Palast des Präsidenten ausgestellt, nachdem sie von der Schweiz an Bolivien zurückgegeben wurde. Die Figur war zuvor für 156 Jahre in der Schweiz.
Keystone
Um diese 16 Zentimeter hohe Steinfigur im Pukara-Stil war ein Streit zwischen Bolivien und dem Naturhistorischen Museum entbrannt.
Um diese 16 Zentimeter hohe Steinfigur im Pukara-Stil war ein Streit zwischen Bolivien und dem Naturhistorischen Museum entbrannt.
Keystone
Eine spirituelle Zeremonie im bolivianischen La Paz: Die Gottheit Ekeko wird in Bolivien hoch verehrt und soll Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit bringen.
Eine spirituelle Zeremonie im bolivianischen La Paz: Die Gottheit Ekeko wird in Bolivien hoch verehrt und soll Glück, Wohlstand und Fruchtbarkeit bringen.
Keystone
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Das Bernische Historische Museum sei grundsätzlich bereit, Objekte aus seiner Sammlung bei begründeten Ansprüchen zurückzugeben, teilte das Museum am Donnerstag mit. Das Museum beruft sich dabei auf den Ethikkodex des Internationalen Museumsrates. Die entsprechenden Verhandlungen seien aber in der Regel komplex und zeitaufwendig.

Bolivien hatte im Februar 2013 erstmals Ansprüche auf das Objekt angemeldet. Die rund 16 Zentimenter hohe Figur aus grünem Stein ist seit 1929 im Besitz des Museums. Erworben hat sie das Museum von den Erben des Schweizer Naturforschers Johann Jakob von Tschudi, der die Figur 1858 im Andenhochland gekauft hatte - gegen eine Flasche Cognac.

Aus Sicht Boliviens stellt die Figur die Gottheit Ekeko dar. Das Museum verweist darauf, dass in der wissenschaftlichen Literatur lediglich ein bolivianischer Autor diese Figur als eine Darstellung des Ekeko interpretiere.

Alle anderen Autoren seien der Meinung, die Figur im Pukara-Stil aus der Zeit zwischen 200 v.Chr. und 200 n.Chr. stelle entweder eine Wasser- oder Fruchtbarkeitsgottheit oder einfach eine weibliche Figur dar.

«Befriedigende Lösung» zu erwarten

Ein gemeinsames Gutachten solle nun Aufschluss über diese Frage bringen. Es soll Grundlage für die weiteren Verhandlungen zwischen dem Museum und Bolivien sein. Darauf einigten sich das Historische Museum und Vertreter der bolivianischen Regierung bei einem Treffen im Januar.

Das Museum geht davon aus, «dass am Ende der Verhandlungen mit Bolivien eine für beide Parteien befriedigende Lösung stehen wird», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Für den (morgigen) Freitag lädt der Filmproduzent Peter Spörri zu einer Medienkonferenz, an der auch der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca teilnehmen wird. Spörri produziert einen Dokumentarfilm zum umstrittenen Thema.

Der Aussenminister wird dem Historischen Museum am Freitag einen Höflichkeitsbesuch abstatten. Dabei gehe es nicht um weitere Verhandlungen zur Steinfigur, betone Museumsdirektor Jakob Messerli auf Anfrage. Verhandlungspartner des Museums sei die bolivianische Botschafterin in Berlin.

Choquehuanca weilt in der Schweiz, um am Abend in Genf das neue bolivianische Generalkonsulat einzuweihen. Zudem trifft der Aussenminister Vertreter des EDA und des Bundesamtes für Kultur.

(SDA)

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