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Bolivianischer Aussenminister pocht auf Rückgabe der Steinfigur

Der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca hat bei seinem Besuch in Bern die Bedeutung der Steinfigur, welche die Gottheit Ekeko darstellen soll, für sein Land unterstrichen.

Der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca während seines Besuches in Bern.
Der bolivianische Aussenminister David Choquehuanca während seines Besuches in Bern.
Keystone

An verschiedenen Treffen setzte er sich am Freitag für die Rückgabe des Objekts ein.

Bolivien sei bestrebt, die frühere Kultur, Spiritualität sowie die alten Symbole zurückzugewinnen, sagte Choquehuanca vor den Medien in Bern. Die Ekeko-Figur gehöre nicht nach Bern, sondern müsse an ihren Herkunftsort zurückgebracht werden. Für Bolivien sei die Steinfigur von grosser Bedeutung, zumal diese für eine der wichtigsten Energien stehe.

Choquehuanca hatte kurz vor der Medienkonferenz das Bernische Historische Museum besucht, das die rund 16 cm hohe Figur seit 1929 besitzt. Dabei kam es zu einem Treffen mit dem Direktor des Museums, Jakob Messerli.

Das Gespräch mit dem bolivianischen Aussenminister sei sehr harmonisch gewesen, sagte Messerli auf Anfrage. Beide Seiten hätten ihr Interesse bekundet an einer Lösung, die für beide gut sei. Da die Verhandlungen komplex seien, brauche es jedoch Zeit.

Als nächstes werden in dieser Angelegenheit Gutachten eingeholt, welche die Frage klären sollen, ob die Steinfigur tatsächlich die Gottheit Ekeko darstellt. Der bolivianische Aussenminister ist überzeugt, dass die Experten dies bestätigen werden, wie er vor den Medien sagte. Er sei sicher, dass die Steinfigur irgendwann nach Bolivien zurückkehren werde. Eile gebe es aber keine.

Bilaterales Abkommen möglich

Choquehuanca traf sich ausserdem mit der Direktorin des Bundesamts für Kultur (BAK), Isabelle Chassot. Eines der Gesprächsthemen war ein mögliches bilaterales Abkommen zwischen der Schweiz und Bolivien im Bereich des Kulturgüter-Transfers, wie BAK-Sprecherin Anne Weibel auf Anfrage sagte.

Solche Verträge habe die Schweiz bereits mit anderen Ländern, etwa mit Kolumbien, unterzeichnet. Mit Peru sei man diesbezüglich gerade im Gespräch. Ausserdem habe das BAK in der Frage um die Steinfigur angeboten, als neutrale Stelle die künftigen Gespräche zu begleiten, sagte Weibel weiter.

Weiterreise nach Genf

Bolivien hatte im Februar 2013 erstmals Ansprüche auf die Steinfigur angemeldet. Erworben hatte das Museum in Bern das Objekt von den Erben des Schweizer Naturforschers Johann Jakob von Tschudi, der die Figur 1858 im Andenhochland gekauft hatte - gegen eine Flasche Cognac.

Aus Sicht Boliviens stellt die Figur die Gottheit Ekeko dar. Das Museum verweist darauf, dass in der wissenschaftlichen Literatur lediglich ein bolivianischer Autor diese Figur als eine Darstellung des Ekeko interpretiere.

Choquehuanca weilt für verschiedene Treffen in der Schweiz. Am Freitagnachmittag wollte er nach Genf weiterreisen, um am Abend das neue bolivianische Generalkonsulat einzuweihen.

(SDA)

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