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BLS-Werkverkehr bereitet Sorgen

Die Gemeinden Mühleberg und Frauenkappelen erheben Einsprache gegen das BLS-Projekt für den Doppelspurausbau Rosshäusern–Mauss. Dies vor allem wegen Lärm, Verkehr und Gefährdung der Kinder auf dem Schulweg.

Der Rosshäuserntunnel wird nach 110 Jahren stillgelegt und durch einen zweispurigen Tunnel ersetzt.
Der Rosshäuserntunnel wird nach 110 Jahren stillgelegt und durch einen zweispurigen Tunnel ersetzt.
BLS

Die BLS will den Abschnitt Rosshäusern–Mauss der Eisenbahnstrecke Bern–Neuenburg auf Doppelspur ausbauen. Ersetzen will man insbesondere den 1,1 Kilometer langen Rosshäuserntunnel, der nach 110 Jahren sanierungsbedürftig ist (siehe Kasten). Erste Arbeiten sind bereits Ende Jahr vorgesehen. Gemäss Auskunft der BLS soll die Strecke Ende 2015 dem Bahnbetrieb übergeben werden. Die fast 6-jährigen Bauarbeiten bedeuten Lärm, viel Verkehr und damit einen gefährlichen Schulweg. Das alles macht dem Gemeinderat von Mühleberg Sorgen. «Wir haben nicht gegen das BLS-Projekt, sondern gegen dessen ‹Nebenerscheinungen› Einsprache eingereicht», sagt Gemeindepräsident Kurt Herren.

Aus den gleichen Beweggründen hat auch die Nachbargemeinde Frauenkappelen Einsprache erhoben. «Es sind alle unsere Schüler ab der 7.Klasse betroffen, die in das Oberstufenzentrum Allenlüften fahren», sagt Cristoforo Motta (Freie Wähler), Gemeindepräsident von Frauenkappelen. Die Strasse sei schon eng, wenn sich ein Lastwagen und ein Personenauto kreuzten. «Wie wird das erst, wenn noch ein Velo dazwischen ist?»

28'000 Lastwagenfahrten

«Wir rechnen für die Bauzeit mit jährlich etwa 28'000 Lastwagenfahrten. Das entspricht einem theoretischen Durchschnitt von 90 Fahrten pro Woche», erklärt Hans Martin Schaer von der BLS-Medienstelle. Dank einem nahe gelegenen Standort für Kiesabbau und Materialdeponie sowie mehreren Kilometern Baupiste sei die Anzahl Transporte aber doch verhältnismässig tief.

Von Bern her werden die Lastwagen die Autobahn bei der Ausfahrt Mühleberg verlassen. Nach dem Restaurant Heggidorn werden sie links einmünden und ein paar hundert Meter weiter links zum Weiler Ledi abbiegen, um zur Baustelle zu gelangen. «Das ist der Schulweg nach Allenlüften, den die Kinder von April bis September mit dem Velo fahren», sagt Kurt Herren. Im Winter fahren die Schüler mit dem Postauto.

Mühleberg und Frauenkappelen erwarten nun von der BLS Vorschläge, was für die Schulwegsicherung getan werden könnte. Dies bestätigt Hans Martin Schaer von der BLS: «Wir sind zurzeit daran, mit den betroffenen Gemeinden ein Konzept auszuarbeiten.»

Auch Nachtarbeit

Die Gemeindepräsidenten machen sich aber nicht nur um die Kinder Sorgen. Sie befürchten auch, dass der Werkverkehr die Strassen stark beschädigen und mit dem Verkehr eine erhebliche Lärmbelastung einhergehen wird. Nebst Lastwagen werden auch Arbeiter, die in einer kleinen Werksiedlung bei der Baustelle wohnen, Mehrverkehr verursachen. Hans Martin Schaer von der BLS versichert, dass die Lastwagen ausschliesslich tagsüber zwischen 6 und 22 Uhr verkehren werden. Die Arbeiten im Aussenbereich sollen bis spätestens 19 Uhr stattfinden. Allerdings seien bei Anpassungen an die bestehende Gleisanlage Nachtarbeiten «in einigen wenigen Nächten unumgänglich», so Schaer. Und zur starken Beanspruchung der Gemeindestrassen: «Vor Baubeginn wird eine Zustandsaufnahme gemacht.» Die BLS Netz AG als Bauherrin werde sich an allfälligen Reparaturkosten beteiligen, versichert man bei der BLS.

Das Projekt war letztes Jahr öffentlich aufgelegt. Es folgten Einsprachen und Verhandlungen, die demnächst abgeschlossen sein werden. Bei diesem Verfahren wird nicht eine Baubewilligung, sondern eine Verfügung erteilt. Diese kommt vom Bundesamt für Verkehr, voraussichtlich noch in diesem Sommer. Läuft alles rund, werden die Bauarbeiten noch in diesem Jahr starten.

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