Bern

Für die Gegner ist klar: Werkstätte verstösst gegen das Gesetz

BernMit der neuen Raumplanung ist die BLS-Werkstätte im Raum Chliforst nicht zu ver­einbaren – diesem Schluss zieht ein von den Gegnern in Auftrag gegebenes Gutachten.

Raimund Rodewald lehnt die Werkstätte im Raum Chliforst ab.

Raimund Rodewald lehnt die Werkstätte im Raum Chliforst ab.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Die Werkstätte kann so nicht bewilligt werden.» Raimund Rodewald wählte gestern vor Ort klare Worte, als er Stellung zum umstrittenen BLS-Projekt im Raum Chliforst nahm. Der Geschäftsführer der Stiftung für Landschaftsschutz hatte für die Gegner im Westen Berns das Projekt unter die Lupe genommen und war zum Schluss gekommen: Halle und Gleisfeld sind in den bisher skizzierten Dimensionen «ein schwerer Eingriff in die noch weitgehend intakte ländlich-bäuerlich geprägte Landschaft».

Rodewald sagte dies nicht zuletzt mit Blick auf die neue eidgenössische Raumplanung, die sich dem Schutz von Wald und Kulturland genauso wie der Verdichtung nach innen verschrieben hat. Und er wies darauf hin, dass die regionalen Planungen deshalb an diesem Ort keine industrielle Nutzung zuliessen. Kurz: «Das BLS-Projekt widerspricht allen gesetzlichen Vorgaben. Die Werkstätte gehört auf ein siedlungsnahes Areal – wie in Biel.»

Wenig Veränderung

Wie in Biel: Unvermittelt war Rodewald bei den jüngsten Debatten rund um die Werkstätte gelandet. Gut einen Monat ist es her, dass die SBB der BLS als Alternative zum Werkstättenprojekt in Bern-West die Zusammenarbeit im Unterhalt anboten. Überraschend, nachdem es bislang geheissen hatte, auf den bestehenden Anlagen der SBB sei kein Platz.

Daran erinnerte nun auch Rodewald: Seine Stiftung habe den bestehenden SBB-Standort Biel schon im April 2015 ins Spiel gebracht. Doch anders als heute sei die Idee damals nicht weiterverfolgt worden.

Denn der geplante bauliche Eingriff wird den Raum Chliforst nachhaltig prägen. Rodewald kam zurück auf sein Gutachten, lobte, wie ursprünglich die Gegend noch heute sei. Vergleiche mit alten Karten zeigten, wie wenig sich seit 1930 verändert habe. Nicht einmal die Schiessanlage habe die Landschaft stark geschädigt. Zumal der nahe Wald den Lärm erstaunlich gut absorbiere.

Bei der geplanten Werkstätte liege der Fall ganz anders. Sie mache direkt an der Grenze zum Schutzgebiet des natürlich mäandrierenden Gäbelbachs eine Aufschüttung von sieben Metern nötig. Weitere fünfzehn Meter werde die Halle in die Höhe ragen, die BLS-Anlage werde so quasi auf dem Prä­sentierteller in die Landschaft gestellt – wie dies konkret aussehen würde, illustrierten die Gegner am gestrigen Ortstermin mit roten Ballons. Auf zwei Ebenen – die untere markierte das Niveau des aufgeschütteten Bodens, die obere die Dimensionen der Halle.

Symbolische Front

Am Ortstermin vertraten Daniel Lehmann, Jürg Stadelmann, Renate Kauz und Rachel Picard die gegnerischen Organisationen. Ihnen gesellte sich Markus Kämpfer als Gemeindepräsident des benachbarten Frauenkappelen bei. In einer Reihe stellten sie sich auf vor den weidenden Kühen, die der Werkstätte weichen müssen (siehe Haupttext) – als symbolische Front gegen das Projekt. Augenfälliger hätten sie ihren Widerstand nicht dokumentieren können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.09.2017, 19:40 Uhr

Artikel zum Thema

Die Pächter geben die Kühe bereits nächste Woche weg

Claudia Matter sorgt vor. Sie löst ihren Bauernbetrieb auf und verlässt Ende Jahr mit ihrer Familie das Heimet, das der BLS-Werkstätte im Raum Chliforst zu grossen Teilen zum Opfer fallen würde. Mehr...

Chliforst-Gegner kritisieren Auftrag an Begleitgruppe

Die BLS-Werkstätten-Begleitgruppe sei das falsche Organ, um zu prüfen, inwieweit BLS und SBB bei der Wartung von Zügen zusammenarbeiten können. Das finden die Gegner einer Werkstätte im Chliforst. Mehr...

Ein Verein gegen die BLS-Werkstätte im Chliforst

Bern Der umstrittene Neubau der BLS ist weiter westwärts gerutscht, der Widerstand ist aber nach wie vor gross. Nun haben Anwohner einen Verein gegründet, um das Projekt zu bekämpfen. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Echt jetzt? Bündner Brücke der Rekorde
Sportblog Saure Milch

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Kunst auf dem Gesicht: Ein Rohingya Mädchen in der Nähe von Cox's Bazar in Bangladesh hat ein verziertes Gesicht. (17. Dezember 2017)
(Bild: Alkis Konstantinidis) Mehr...