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BLS-Werkstätte: Standort Biel ist aus dem Rennen

Weil die Kapazitäten zu knapp sind, geht die regierungsrätliche Begleitgruppe auf Distanz zu einer gemeinsamen Serviceanlage von SBB und BLS in Biel. Die SBB sind an diesem Entscheid nicht ganz unschuldig.

Die Serviceanlage in Biel wird wohl weiterhin nur den SBB dienen.
Die Serviceanlage in Biel wird wohl weiterhin nur den SBB dienen.
Adrian Moser

Offiziell will die Gruppe, die das Werkstättenprojekt der BLS im Auftrag der Berner Regierung begleitet, erst heute Freitag informieren. Doch schon am Donnerstagnachmittag kam plötzlich Bewegung in die Sache. VCS und Grüne liessen die Öffentlichkeit wissen, man dürfe die Idee, den Unterhalt der BLS-Züge in die bestehende Serviceanlage Biel der SBB zu verlegen, doch nicht einfach so fallen lassen. Die Stellungnahmen, die sich offiziell auf ein laufendes Mitwirkungsverfahren bezogen, tröpfelten kaum von ungefähr zu genau diesem Zeitpunkt herein.

Denn am Donnerstagmorgen hatte die Begleitgruppe beschlossen, dass sie den Standort Biel als Alternative zu einer neuen BLS-Werkstätte im Westen Berns nicht mehr weiterverfolgt. Das bestätigten mehrere Mitglieder des Gremiums auf Anfrage.

Anspruchsvolles Projekt

Der Entscheid kommt nicht ganz unerwartet. Denn was die Gruppe bereits an ihrem Treffen Anfang Januar gehört hatte, tönte nicht vielversprechend. Die SBB könnten zwar Platz für die BLS schaffen, indem sie die Arbeiten an den Intercity-Neigezüge weg von Biel in andere Anlagen verlegten. Die Kapazität bliebe trotzdem knapp – übrigens auch auf den Zufahrtslinien, wo für die zum Unterhalt fahrenden BLS-Züge kaum Trassen frei wären.

Kurz und knapp: Ein solches Konzept umzusetzen, so das Protokoll aus dieser Sitzung, «ist äusserst anspruchsvoll».

Wettrennen im Fernverkehr

Nicht wenige aus der Gruppe hatten erwartet, an der donnerstäglichen Zusammenkunft zu hören, wie sich diese Schwächen allenfalls doch noch ausmerzen liessen. Immerhin hatten die Vertreter der SBB dies Anfang Januar in Aussicht gestellt – doch weit gefehlt: Als sich die Herren erklären sollten, liessen sie es bei vagen Andeutungen bewenden. Vom erhofften handfesten Konzept keine Spur, höchstens der Hinweis, man könnte BLS-Züge ja auch in den SBB-Anlagen von Brig oder Luzern warten.

In dieser Situation machte die Gruppe nicht mehr viel Federlesens und liess die Variante Biel fallen. Nur eine Minderheit, zu der ganz offensichtlich der VCS und die Grünen gehörten, wollte weiter abklären, für die Mehrheit dagegen stand fest: Der Auftrag der Regierung sei erfüllt. Man habe das Zusammenspiel mit den SBB auf seine Machbarkeit hin überprüft – und als nicht realisierbar eingestuft.

Das Verhalten der SBB in dieser Sache kam nicht bei allen gut an. Die Kritik war schon im Vorfeld laut geworden, nun verstärkte sie sich noch: Dass ihre Vertreter auch am Donnerstag keine realisierbaren Vorschläge gemacht hätten, zeige doch nur, dass das Angebot in Biel von Anfang an ein Feigenblatt gewesen sei. Es habe kein anderes Ziel verfolgt, als die BLS klein zu halten – kein Wunder: Die SBB hatten ihre Offerte zumindest zu Beginn an die Bedingung geknüpft, dass sich die BLS aus dem Wettrennen um Linien im Fernverkehr zurückzieht.

Die BLS drängt

Auf ganz andere Akzeptanz stiessen die Vertreter der BLS. Die Gruppe liess sich von der Argumentation überzeugen, dass die neue Werkstätte dringend sei. Und dass man vor diesem Hintergrund die Planung am offiziellen Standort Chliforst im Westen der Stadt Bern vorantreiben müsse, wenn man nicht riskieren wolle, den Fahrzeugunterhalt plötzlich nicht mehr sicherstellen zu ­können.

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