BLS-Werkstätte: Allmendingen kommt doch in die Kränze

Allmendingen

Die Begleitgruppe lässt nun doch abklären, ob sich nicht auch Allmendingen für das umstrittene Projekt eignen würde.

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Stephan Künzi

Der Druck der Stadt Bern hat gewirkt. Denn am Donnerstagmorgen hat die Begleitgruppe, die im Auftrag der BLS mögliche Standorte für die umstrittene neue Werkstätte unter die Lupe nimmt, knapp entschieden: Allmendingen wird ebenfalls näher geprüft – genauso wie dies schon länger für Thun, für Konolfingen sowie für den Westen Berns der Fall ist.

Dort sind, noch auf Stadtboden, gleich fünf Varianten denkbar, auch jene in Riedbach, mit der sich die BLS vor anderthalb Jahren derart in die Kritik gebracht hat.

Ablehnend reagierten auch die Berner Stadtbehörden. Sie fragten den auf Verkehrsfragen spezialisierten ETH-Professor Ulrich Weidmann um Rat, und siehe da, plötzlich stand Allmendingen sogar leicht besser da als Riedbach.

Die Reaktion folgte auf dem Fuss. Man solle doch bitte schön auch diesen Standort in Betracht ziehen, forderte das offizielle Bern.

Vorentscheid bis im Herbst

In der Begleitgruppe gab es am Donnerstagmorgen zwei Lager, wie Präsident Bernhard Antener die Diskussion zusammenfasste. Auf der einen Seite argumentierten jene, für die Allmendingen als Alternative zu Riedbach nicht infrage kommt, weil auch hier eine intakte Landschaft in Mitleidenschaft gezogen, auch hier ein Bauernhof abgebrochen würde.

Ihnen standen auf der anderen Seite jene gegenüber, denen nach den klaren Worten aus der Stadt unwohl beim Gedanken war, die Alternative einfach so ausser Acht zu lassen. Sie gewannen am Ende die Oberhand – zumal es ja erst um genauere Abklärungen und nicht schon um einen definitiven Standortentscheid ging.

Das betonte nach der Sitzung auch Präsident Antener noch einmal. Er stellte in Aussicht, dass die Begleitgruppe nun ihre Arbeiten bis im Herbst abschliesst. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird sie dann der BLS einen Standort empfehlen.

Unverändert kämpferisch

Allmendingen reagierte gestern ernüchtert auf den für das Dorf so unerfreulichen Entscheid. Gemeinderat Patrick Linder gab sich aber unverändert kämpferisch: «Wir haben nach wie vor ein paar stichhaltige Argumente, die gegen eine Werkstätte bei uns sprechen.»

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