BLS-Werkstätte: Anwohner treten in corpore aus

Der Dialog zur geplanten BLS-Werkstätte im Chliforst in Berns Westen verkommt zur Farce. Anwohner fühlen sich von der BLS nicht ernst genommen.

Schon als die BLS noch in Riedbach plante, wehrten sich die Anwohner. Nun sind die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner im Chliforst aus der Dialoggruppe ausgetreten.

Schon als die BLS noch in Riedbach plante, wehrten sich die Anwohner. Nun sind die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner im Chliforst aus der Dialoggruppe ausgetreten. Bild: Urs Baumann

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Exodus in der Dialoggruppe Chliforst Nord. In einem Schreiben an die BLS haben über fünfzig direkt betroffene Anwohnerinnen und Anwohner der geplanten BLS-Werkstätte im Chliforst in Berns Westen ihren Austritt mitgeteilt. Nur zwei Anwohner würden verbleiben, sagt SVP-Stadtrat Daniel Lehmann vom Verein IG Riedbach.

Die restlichen Mitglieder der Gruppe seien Funktionäre und keine Anwohner.Die Gemeinde Bern machte der BLS die Auflage, mit den An­wohnern eine verträgliche Lösung zu finden. «Die Gruppe diente der BLS lediglich als Feigenblatt», sagt Lehmann dazu. Das Gros der Anwohner verzichte darauf, an so einem Pseudoverfahren teilzunehmen. In der Dialoggruppe sei nur noch vom Standort Chliforst gesprochen worden. Die BLS habe eine Diskussion über alternative Standorte ausgeschlossen.

Standortfrage vom Tisch

Die BLS bedauert den Entscheid. Sie möchte weiterhin «eine verträgliche Lösung mit den Direktbetroffenen finden», wie es auf Anfrage heisst. Die Tür stehe offen. Man verstehe die Sorgen der Anwohner, aber der Entscheid zum Standort stütze sich auf die breit abgestützte Begleitgruppe. Diese sei nach der Prüfung von 42 Standorten auf die Lösung Chliforst gekommen, die im Vergleich weniger Nachteile auf­weise. Daran habe sich nichts geändert. Die Mitwirkung sei aber auch im Rahmen des späteren Plangenehmigungsverfahrens sichergestellt.

Die Anwohner erwarten laut Lehman nun vom Gemeinderat, «dass er der BLS klarmacht, dass diese Art des Dialoges mit der Nachbarschaft nicht genügt». Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) versteht den Frust der Anwohner, tatsächlich gehe es in der Dialoggruppe aber nicht mehr um die Standortfrage, sondern nur noch um die Ausgestaltung der Anlage. Trotzdem würden dort weitere wichtige Fragen wie die der Erschliessung ver­handelt. Die Stadt werde weiter an der Dialoggruppe teilnehmen.

Ob die BLS-Werkstätte beim Chliforst gebaut wird, entscheidet sich in den kommenden Verfahren auf Bundesebene. (tma)

Erstellt: 05.05.2017, 19:01 Uhr

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