Loubegaffer: Eine Strasse für «Tschäppus»

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

Mit Philippe Tschäppät, dem Bruder von Alex Tschäppät, weihte Stapi Alec von Graffenried die Tschäppätstrasse ein.<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser)</p>

Mit Philippe Tschäppät, dem Bruder von Alex Tschäppät, weihte Stapi Alec von Graffenried die Tschäppätstrasse ein.

(Bild: Adrian Moser)

Das Gebiet zwischen Postfinance-Arena und Wankdorfstadion ist eine ziemlich trostlose Gegend – mal abgesehen von der grünen Grossen Allmend. Doch genau in diesem Niemandsland der Stadt Bern fand am Montag eine Feier statt. Zu Ehren der beiden früheren, leider verstorbenen Stadtpräsidenten Reynold Tschäppät (Stapi von 1966 bis 1979) und dessen Sohn Alexander Tschäppät (Stapi von 2004 bis 2016) heisst die Strasse zwischen den beiden Stadien nun offiziell Tschäppätstrasse.

«Es ist keine Prachtsstrasse», räumte der amtierende Stapi Alec von Graffenried in seiner Ansprache ein. Aber die Strasse sei an einem Ort gelegen, an dem es viele Verbindungen zu Reynold und Alexander Tschäppät gebe. So führe sie am Eisstadion vorbei. Die Stadt verdanke dem damaligen Stadtpräsidenten Reynold Tschäppät das im November 1970 eingeweihte Dach des Eisstadions. Sein Sohn Alexander habe im Jahr 2005 als Stadtpräsident das Stade de Suisse im Wankdorf und 2009 die total sanierte Postfinance-Arena eingeweiht. Zudem habe er mit der Fussball-EM 2008, der Eishockey-WM 2009 und der Tour-de-France-Ankunft 2016 Grossanlässe nach Bern geholt, die auf der Allmend stattgefunden haben.

Schön. Die Loubegaffer finden aber, dass die Stadt noch ein bisschen hätte warten sollen mit der Schaffung einer Tschäppätstrasse – zum Beispiel bis das Viererfeld überbaut ist.

Der kleinen Einweihungsfeier zur Tschäppätstrasse wohnten Angehörige und Freunde von Alexander Tschäppät bei. Darunter seine Lebenspartnerin Christine Szakacs, sein langjähriger Generalsekretär Peter Tschanz, SP-Gemeinderätin Ursula Wyss, Bernhard Ludwig, der Präsident der Burgergemeinde, und Bernexpo-Chefin Jennifer Somm.

Ebenfalls an der Feier dabei war Carlo Bommes. Zufall? Kaum. Der Appalooza-CEO und frühere Mr. Gurtenfestival ist nämlich seit Ende August Gesellschafter der «für angelegenheiten gmbh» – der Agentur, welche Alex Tschäppät einst mit Peter Tschanz, der neu Geschäftsführer ist, und Barbara Hayoz, Vorsitzende der Geschäftsführung, gründete. Weite Wege muss Carlo Bommes nicht zurücklegen: Das Büro befindet sich unter dem Dach von Appalooza.

stadtbern@bernerzeitung.ch

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