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Björk kommt auf die Postkarte

Postkarten mit dem Bärengraben sind out. Bärenpark-Sujets müssen her, um die Bundeshauptstadt wieder aktuell zu präsentieren. Fotograf Peter Jehle von Photoglob AG hat sich auf die Suche nach Björk gemacht – mit Erfolg.

Auf der Suche nach Björk: Fotograf Peter Jehle fängt die Bärin ein – mit der Kamera.
Auf der Suche nach Björk: Fotograf Peter Jehle fängt die Bärin ein – mit der Kamera.
Beat Mathys

Peter Jehle dreht den Postkartenständer beim Kiosk des Alten Tramdepots. «Diese Postkarte ist von mir», sagt er und zeigt auf ältere Bilder des Bärengrabens, «die auch» – die Altstadt aus der Luft – «und die hier auch» – ein Mix von Zytglogge, Münster, Bären und Bundesplatz. Der Fotograf des Verlags Photoglob AG in Zürich, eine Orell-Füssli-Tochter, hat viele der Sujets geschossen, die Postkarten an den Kiosken kämen mehrheitlich von seinem Verlag. Seit 15 Jahren reist Jehle durch die Schweiz. Vom Engadin übers Mittelland bis ins Wallis hat er Sehenswürdigkeiten von Natur und Kultur festgehalten. Das Unesco-Welterbe ist ein wichtiger Ort. Doch nun ist der Bärengraben tot, es lebe der Bärenpark.

Neustes Sujet Bärenpark

Jehles Blick streift durch die Anlage am Hang. Kleine Sensation: Einer der beiden Bären – wohl Björk – ist draussen und trottet über die Wiese, schaut herum, trottet Richtung Höhle. Jehle holt das grösste Objektiv hervor, erwischt die Bärin, dann verschwindet sie im Loch. Für ein Bild mit Bären brauchts Geduld, als Fotomodelle müssen sie noch üben und die Scheu überwinden. Jehle ist mit seinen ersten Bildern zufrieden. «Das gibt schon einmal eine Postkarte mit Gesamtansicht und Detailbildern der Bären», sagt er. Am nächsten Tag ist die Karte gelayoutet und druckfertig.

Damit die Karten möglichst lange brauchbar sind und noch zehn Jahre später nachgedruckt werden können, achtet Jehle darauf, dass möglichst keine Menschen oder Autos auf den Bildern sind. Kleider und Karossen verraten schnell das Jahr der Aufnahmen.

Die soeben entstandene Karte wird erst der Auftakt einer ganzen Reihe von Bärenpark-Bildern sein. Auf den Frühling hin werden weitere Sujets erscheinen. Eine eigentliche Deadline gebe es nicht, sagt Peter Jehle. «Lieber kommen die Aufnahmen spät, dafür haben sie eine hohe Qualität.» Blauer Himmel und Sonnenschein sind das A und O für attraktive Werbebilder von Bern.

Aufnahmen aus der Luft

Früher oder später wird Peter Jehle in den Helikopter steigen, um den gesamten Bärenpark auch aus der Luft aufzunehmen. «Es müsste jedoch richtig sonnig sein», sagt er bei seinem Besuch am Montag bei durchzogenem Wetter. Aus der Höhe werden Björk und Finn nur noch kleine braune Punkte sein, sofern sie überhaupt aus den Höhlen kommen.

«Mit Photoshop kann man notfalls mit braunen, hereinmontierten Punkten nachhelfen», erklärt Jehle, lässt jedoch durchblicken, dass dies für ihn keine befriedigende Lösung ist. «Die Gesamtaufnahmen benütze ich nur für Postkarten mit mehreren kleineren Bildern.» Karten mit Kombi-Bildern von Zytglogge, Bären, Bundesplatz und Altstadt kämen besonders gut an.

Vertrieb schweizweit

Jehle wird nicht der Einzige sein, der Bären für Postkarten aufnimmt. Aber die Photoglob AG, 1889 gegründet, sei der älteste und grösste Verlag mit dem schweizweit grössten Vertrieb, so Jehle. Mit einem lange geheim gehaltenen lithografischen Produktionsverfahren produzierte die Firma damals als eine der ersten weltweit Farbfotografien. Jehles Kamera funktioniert derweil digital. In rund zwei Wochen dürften die ersten Karten mit Björk an Berner Kiosken zu kaufen sein.

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