Bis zum Tunnel-Durchschlag fehlt noch ein halber Kilometer

Rosshäusern

Drei Viertel des neuen Eisenbahntunnels in Rosshäusern sind ausgebrochen. Jetzt hat die BLS die Bahntechnik öffentlich ausgeschrieben. Diese wird allerdings erst ab 2017 montiert.

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Hans Ulrich Schaad

Langsam, aber stetig arbeiten sich die Mineure aus beiden Richtungen im neuen Rosshäuserntunnel vorwärts. Im Moment kommen sie von Westen her etwas schneller voran, weil dort der Fels weniger Wasser führt. Inzwischen sind gut 1400 Meter des Tunnels ausgebrochen, das sind rund drei Viertel des zwei Kilometer langen Bauwerks. «Der Durchschlag wird im Sommer erfolgen», sagt BLS-Sprecherin Helene Soltermann. Der genaue Termin stehe aber noch nicht fest.

Mit dem Durchschlag ist aber erst die obere Hälfte des Tunnels ausgebrochen. Wegen der schwierigen Geologie mit dem brüchigen und stark Wasser führenden Gestein musste im Januar 2014 die Vortriebsmethode angepasst werden, auch damit die Mineure vor Steinschlag geschützt sind. Die Tunneldecke wird mit Stahlrohren, einem sogenannten Rohrschirm, zusätzlich gesichert, bevor gesprengt wird. Die untere Tunnelhälfte wird erst nach dem Durchstich abgetragen, und zwar von Westen her. Geologisch sollte dies kein Problem mehr darstellen. Der Rohbau ist voraussichtlich 2017 abgeschlossen.

Lange Planungsphase

Inzwischen hat die BLS als Bauherrin auf der Internetplattform Simap die Arbeiten für die Bahntechnik im neuen Tunnel ausgeschrieben. Dabei geht es um sämtliche Einrichtungen im Tunnelinnern, von den Gleisen über die Fahrleitungen und die Telekommunikation bis zu den Sicherungsanlagen. Als Ausführungsbeginn ist in der Ausschreibung der 1. Dezember 2015 genannt. Die Bahntechnik werde aber erst ab 2017 montiert, sagt Helene Soltermann. Die Vorbereitung mit dem Erstellen der Pläne nehme sehr viel Zeit in Anspruch.

Die neue Strecke soll Ende 2018 in Betrieb genommen werden. Der neue Rosshäuserntunnel ist das Kernstück des Doppelspurausbaus zwischen Rosshäusern und Mauss auf der Strecke Bern–Neuenburg. Das Projekt war ursprünglich auf 200 Millionen Franken budgetiert. Die schwierigen geologischen Verhältnisse verteuern das Projekt um 65 Millionen Franken und verzögern die Inbetriebnahme um zwei Jahre.

Berner Zeitung

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