Binggeli holt Industrie­manager als Stromer-Chef

Köniz

Die Stromer AG in Oberwangen hat wieder einen festen Chef: Der 48-jährige Peter Althaus bringt langjährige Industrieerfahrung mit. Eine Kompetenz, welche die Stromer AG für die angestrebte Expansion braucht.

Thomas Binggeli, Verwaltungsratspräsident der Stromer AG in Oberwangen, hat einen wichtigen Personalentscheid gefällt: Der 48-jährige Peter Althaus ist der neue Chef der Herstellerin von Elektrobikes, wie diese Zeitung erfahren hat. Die Stromer AG hat diesen Entscheid nicht offensiv kommuniziert.

Althaus hat seinen Posten Anfang April ange­treten. Er ist ein langjähriger ­Bekannter von Binggeli, der die Stromer AG gegründet hat und heute Verwaltungsratspräsident der Firma ist.

Althaus folgt auf Interims-CEO Erwin Steinmann. Dieser hat diese Funktion während eines Jahres zusätzlich zu seinem Job als Chef der BMC Group, der Besitzerin der Stromer AG, ausgeübt. Die BMC Group mit Sitz in Grenchen wiederum gehört dem Unternehmer und YB-Investor Andy Rihs sowie Thomas Binggeli. Bekannt ist das gleichnamige Radteam, das an der Tour de France mitfährt.

Kein Bikespezialist

Althaus bringt eine zehnjährige ­Erfahrung als CEO der Kaffee­maschinenherstellerin Schaerer in Zuchwil mit, eines der weltweit führenden Unternehmen in dieser Branche. Laut Binggeli macht Althaus die mangelnde Kenntnis des Bikebusiness mit anderen Qualitäten wett: «Er weiss, wie man ein KMU führt, ist vertraut mit industrieller Fertigung, weiss wie man eine Lieferkette optimiert und kennt den internationalen Markt», erklärt Binggeli seinen Personalentscheid.

Eine der zentralen Aufgaben von Althaus wird es sein, das Wachstum der Stromer AG ­voranzutreiben. Dies will das Stromer-Management vor allem durch die Expansion in neue Märkte erreichen. Ein starkes Wachstum strebt die Stromer AG insbesondere in den USA an. Dort hat das Unternehmen in San Diego seinen neuen US-Sitz bezogen.

Verkauf ist das Ziel

Zahlen zur Umsatz- und Gewinnentwicklung will Stromer-Prä­sident Thomas Binggeli indes keine nennen. Nur so viel: Die Umsatzsteigerung liege im zweistelligen Prozentbereich. Die Herstellerin von E-Bikes beschäftigt 60 Mitarbeiter in der Schweiz und 20 im Ausland.

Rihs und Binggeli machen seit längerem keinen Hehl daraus, dass sie die Stromer AG am liebsten an ein grosses Industrie- oder Technologieunternehmen verkaufen möchten. Doch bislang wurden sie bei der ­Suche nach einem Käufer nicht fündig. Ein Verkauf ist aber nach wie vor das Ziel des Duos. Doch sie scheinen es damit nicht mehr ganz so eilig zu haben: «Das kann in den nächsten Monaten, aber auch erst in den nächsten Jahren der Fall sein», sagt Binggeli.

Für einen Verkauf wäre alles bereit: Inzwischen sind alle Vertriebs-, Marketing- und Finanzaktivitäten von BMC und Stromer getrennt; der eigene US-Sitz von Stromer war das letzte ­Puzzleteil in der Umstrukturierung.

Auch beim Mutterhaus BMC Group ist eine personelle Veränderung absehbar: Erwin Steinmann wird demnächst auch sein bereits reduziertes Pensum als CEO der Gruppe ganz abgeben. «Diese Position braucht es jetzt nicht mehr, wie das schon im Jahr 2014 vorgesehen war», ­erklärt Binggeli.

Berner Zeitung

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