Zum Hauptinhalt springen

Billige Ausland-Busfahrten bei Bernern beliebt

Auf dem Carterminal Neufeld hat es Pfützen, einen Freiluft-Warteraum und nur ein Toi-Toi-WC. Trotzdem nutzen ihn Berner immer häufiger. Denn in den Bussen reisen sie konkurrenzlos günstig.

Der Carterminal auf dem Neufeld.
Der Carterminal auf dem Neufeld.
Urs Baumann

14.50 Uhr im Neufeld: Flixbus-Fahrerin Dagmar manövriert ihren grasgrünen Car geschickt an der grossen Pfütze auf dem Parkplatz vorbei. Am trockensten Ort hält sie und lässt ihre Fahrgäste aussteigen. Ihr Bus Nummer 122 kommt von Frankfurt. Zehn Minuten später, wenn die neuen Fahrgäste alle zugestiegen sind, fährt sie über Genf weiter nach Lyon. Für weniger als 22 Franken.

Seit einem Jahr macht der international verkehrende Linienbus zwischen Frankfurt und Lyon nun auch in Bern halt. Immer häufiger ist der Stopp im Neufeld nicht mehr hauptsächlich eine Toiletten- und Rauchpause für die deutschen und französischen Fahrgäste. Sondern auch eine Ein- und Aussteigemöglichkeit für Berner und Bernerinnen, die billig nach Deutschland oder nach Frankreich reisen möchten.

13 oder 39 Franken

Viele Studenten, aber auch andere Reisende, die sparen wollen, benützen die täglichen Verbindungen der deutschen Busfirma Flixbus. «Es ist schon ein Unterschied, ob ich für die Fahrt nach Freiburg 13 oder 39 Franken zahle», erzählt ein Student, der regelmässig zu seinen Eltern heim nach Deutschland fährt. Dass er dafür 40 Minuten länger hat als mit dem Zug, stört ihn nicht.

«Klar ist es im Bus etwas enger als im Zug. Aber man hat genug Platz für die Beine», sagt er. Eine andere Reisende findet es sogar besser im Bus: «Ich fahre lieber in einem etwas engeren Bus als in einem überfüllten Zug, wo man in den Gängen stehen muss.»

Linienbus oft langsamer – aber immer billiger

Billigste Einfach-Fahrt für Samstag, 25. Februar. Online-Kauf, 1 Euro = 1.09 Franken

Zum Carterminal im Neufeld sagt der Student nur: «Na ja. Könnte besser sein.» Flixbus-Fahrerin Dagmar hat hingegen schon weitaus kritischere Bemerkungen gehört. Die deutschen und französischen Fahrgäste störe es kaum. «Doch unter den Berner Fahrgästen hat es einige, die sagen, das sei unmöglich hier.»

Sie achte darauf, dass sie das Gepäck beim Ausladen nicht einfach auf den dreckigen Schotterplatz stelle, sagt sie. «Aber Fahrgäste mit viel Gepäck können ja nicht gleich alle Koffer in die Hand nehmen. Und dann stehen die halt trotzdem im Dreck.»

Dagmar hat oft auch Mitleid mit den Reisenden, wenn sie bei Kälte, Regen und Schnee im zugigen Unterstand warten müssen. Oder wenn jemand die einzige Toilette – ein enges Toi-Toi-WC – benutzen muss. Oft herrscht grosser Andrang. Denn auch die Busse der Firma Eurolines halten regelmässig im Neufeld.

Ideale Lage

An der Lage des Carterminals im Neufeld haben weder Reisende noch Fahrer etwas auszusetzen. «Es ist ideal hier», schwärmt Dagmar. «Wir fahren rasch von der Autobahn und sind nach dem Halt gleich wieder drauf. Mit einem Linienbus kann man nicht lange ins Stadtzentrum fahren und womöglich noch im Stau stecken bleiben.»

Auch die Stadt hat gemerkt, dass der Carstandplatz im Neufeld künftig wohl immer mehr auch von Einheimischen als Busbahnhof genutzt wird.

Es gibt bereits Pläne für einen Umbau des Carterminals: Die Stadt will den Schotterplatz teeren, Haltebuchten markieren und ein Wartegebäude mit Toiletten bauen. Das würde um die fünf Millionen Franken kosten. Der Berner Gemeinderat will dieses Jahr entscheiden, ob nur die Stadt oder auch die Busunternehmen den Umbau im Neufeld zahlen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch