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Nachfolgeregelung oder Eklat im Bierhübeli?

BernDas Bierhübeli geht eigene Wege und spaltet sich von der Eventagentur Appalooza ab. Es ist nicht die erste überraschende Trennung in der Ära Carlo Bommes.

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«Das Bierhübeli lebt weiter!», hiess es im Mai 2003, als bekannt wurde, dass die Berner Konzertagentur Appalooza den Betrieb des traditionsreichen Lokals übernehmen würde. 13 Jahre später geht diese Ära zu Ende. Am Dienstag teilte Appalooza mit, dass der bisherige Geschäftsführer Nando Hepp zusammen mit Booker Dave Naef die Bierhübeli-Anteile von Appalooza-Chef Carlo Bommes per 1. Juli übernimmt.

Verstrickte Hintergründe

Weshalb es zum Alleingang kommt, wird in der Medienmitteilung nicht klar. Bisher konnte Appalooza für die Programmierung von Bierhübeli und Gurtenfestival Synergien nutzen. Dies zeigte sich auch im Programm des traditionsreichen Berner Konzertlokals, in dem oft Künstler auftraten, die auch auf dem Gurten ihre Aufwartung machten. Das Festival bleibt in den Händen von Appalooza.

Dem Bierhübeli-Alleingang ging eine erste Abspaltung im letzten Jahr voraus: Carlo Bommes und «Mister Gurtenfestival» Philippe Cornu, einst Co-Geschäftsführer von Appalooza, gingen getrennte Wege. Bommes übernahm von Cornu dessen Anteile am Geschäft, und Cornu gründete mit einem weiteren ­Appalooza-Abtrünnigen, Pascal Rötheli, die Agentur Wildpony. Offiziell wurde gütiges Einvernehmen kommuniziert, doch sickerte durch, dass es in der Kommunikation zwischen den Ap­palooza-Alphas Bommes und Cornu gravierend gehapert hatte.

Dennoch ging die Zusammenarbeit auf Mandatsbasis weiter, sowohl bei der Programmierung des Gurtenfestivals wie auch des Bierhübeli – Bommes war auf Cornus Know-how und Kontakte angewiesen. Bis mindestens 2018 programmiert Philippe Cornu das Gurtenfestival. Und Pascal Rötheli blieb Booker im Bierhübeli. Mit dem Alleingang des Bierhübeli wird also die komplizierte Dreiecksbeziehung kaum entflochten. Wildpony behält auch das Mandat des Bierhübeli-Bookings.

Alles in Minne?

Aus einer Firma sind innert Jahresfrist drei geworden. Liegt es an Carlo Bommes, der gegen aussen so besonnen auftretende Schaffer – laufen ihm die Leute davon? Nando Hepp dementiert: «Nein, es handelt sich um eine Nachfolgeregelung. Die Trennung erfolgt im Guten.» Auch in Zukunft würden die Gurten-Kontakte auch für das Bierhübeli-Programm genutzt.

Für das Publikum soll sich nichts ändern. Offen bleibt weiterhin: Welche Vorteile bringt diese Trennung in der betonten Minne? «Das können Sie mich in einem Jahr nochmals fragen», sagt Nando Hepp. Die Vorgänge im Hause Appalooza bleiben rätselhaft. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.04.2016, 10:21 Uhr

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