Zum Hauptinhalt springen

Bienenclub für Kinder sucht neues Zuhause

Der Bienenclub muss wegen des Umbaus des Altersheims Hofmatt umziehen. Präsident Stephan Wehrli ist auf der Suche nach einem neuen Standort für seine fleissigen Freunde. Gestochen werden muss dafür niemand.

Honigduft: Stephan Wehrli inspiziert seine Bienenstöcke zum ersten Mal in diesem Jahr.
Honigduft: Stephan Wehrli inspiziert seine Bienenstöcke zum ersten Mal in diesem Jahr.
Urs Baumann

Es brummt und summt vereinzelt. Die Bienen haben sich grösstenteils für den Winter in ihre Kästen zurückgezogen. Dennoch wagen sich einige aufgrund der Sonnenstrahlen heraus, und man sollte ihnen nicht unvorsichtig zu nahe kommen. Stephan Wehrli, Pädagoge und Präsident des Bienenclubs, streicht aber ohne weiteres mit seiner Hand über das Brutnest. «Ich wurde bereits so oft gestochen, dass ich schon lange aufgehört habe zu zählen. Aber eigentlich sind sie ganz lieb», so Wehrli.

Er züchtet speziell sanftmütige Bienen, da diese für die Zusammenarbeit mit Kindern geeignet seien.Die zwölf Jahre Erfahrung als Imker sieht man ihm ganz klar an. Eigentlich sei es noch zu früh im Jahr, um die Kästen aufzumachen. Bienen halten zwar keinen Winterschlaf, da es aber keine blühenden Pflanzen gibt, sind sie arbeitslos. Sie fahren ihren Stoffwechsel herunter, sitzen dicht aneinander im Stock und wärmen durch Zittern die Königin in der Mitte auf mindestens 25 Grad auf. Auch wenn sie nichts zu tun haben, sind Bienen, wer hätte es gedacht, fleissig wie Bienen.

Altersheim verdrängt Imkerei

Der Bienenclub ist momentan im Altersheim Hofmatt in Uettligen zu Hause. Im Garten des Altersheims stehen rund zehn bis fünfzehn Bienenvölker. Nun muss Wehrli allerdings einen neuen Standort für seine Bienen suchen. Das Altersheim baut aus, und auf dem Bienenstandort wird ein neuer Wohntrakt entstehen.

«Das ist für alle Beteiligten schade, denn nicht nur mir und den Kindern, sondern auch den Bewohnern des Altersheims haben Bienen und Kinder immer viel Freude bereitet», so Wehrli.

Lernen für Kinder und Lehrer

Seit 2011 betreibt der Bienenclub mit Schulkindern der Primar- und Sekundarschule einen eigenen Bienenstand. Der Verein hat sich als Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu ­Honig- und Wildbienen zu ermöglichen.

Es sei wichtig, Kinder für Bienen zu sensibilisieren, meint Wehrli. «Sie kennen oft nicht die Zusammenhänge natürlicher Vorgänge», sagt Wehrli. Er sei deshalb bemüht, den Kindern die Bedeutung der Honigspender für unser Ökosystem beizubringen, denn «wenn es den Bienen nicht gut geht, stimmt etwas mit der Umwelt nicht», erklärt er.

Bis zu acht Kurse finden jeweils samstags zwischen April und Oktober statt. Dabei lernen die ­Kinder aus erster Hand alles über Gesundheitskontrollen, das Waben-Bereitmachen, das Honig-Schleudern bis hin zum Füttern der Bienenvölker.

Dieses Jahr bietet Wehrli auch einen Kurs für Lehrerinnen und Lehrer an, die Honigbienen mit ihren Klassen bearbeiten wollen. Die Lehrkräfte erhalten dabei einen Schaukasten, mit dem sie während sechs bis acht Wochen Bienen im Klassenzimmer halten und beobachten können. Die Kurse werden kostenlos und ehrenamtlich für alle Interessierten angeboten.

Bienen wollen in die Stadt

Am liebsten würde Wehrli seine Bienen in die Stadt Bern umsiedeln. Er selber lebt ohnehin bereits in Bern. Die Nachfrage bei städtischen Schulen werde immer grösser, und für die Bienen sei es ebenfalls ein angenehmeres Umfeld. «Bienen sind in der Stadt viel vitaler», erklärt er. Durch das grosse Nektarangebot müssten die Bienen, anders als auf dem Land, nie hungern.

Derzeit hat Wehrli noch keinen neuen Standort in Aussicht. Die Suche gestaltet sich nicht einfach. Denn nicht nur die Bienen brauchen Platz, sondern auch das ganze Kursmaterial. Er sei auf der Suche nach Schulen, Altersheimen, Kirchen, privaten Firmen oder auch Privatpersonen mit ausreichend Platz und «der nötigen Begeisterung für Bienen und Kinder», sagt Wehrli. Er ist aber optimistisch, dass bald ein geeigneter Ort gefunden werden kann.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch