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Bider-Hangar muss verschoben werden

Der auffällig rote Bider-Hangar auf dem Flughafen Bern-Belp soll versetzt werden. Dafür macht sich seit Jahren eine Interessengemeinschaft stark. Für die aufwändige Aktion fehlen allerdings noch 160'000 Franken.

Blicken in die Vergangenheit und in die Zukunft: Rolf Ellwanger und Christoph Schläppi vor dem Bider-Hangar auf Bern-Belp.
Blicken in die Vergangenheit und in die Zukunft: Rolf Ellwanger und Christoph Schläppi vor dem Bider-Hangar auf Bern-Belp.
Walter Pfäffli

«Oskar Bider war eine der schillerndsten Figuren der Schweizer Fliegerszene», sagt Architekturhistoriker und Vizepräsident der IG Bider-Hangar, Christoph Schlaeppi. Dem jungen Piloten Bider, der 1919 bei einer Flugschau zu Tode kam, wurde das erste Gebäude des Flughafens Bern-Belp, der Bider-Hangar, gewidmet. Dieser Holzbau wurde 1928, noch vor der Eröffnung des Flughafens, gebaut.

Laut Historiker Schlaeppi ist es aussergewöhnlich, dass die leichte Konstruktion fast ein ganzes Jahrhundert unbeschadet überstanden hat. Das architektonisch experimentelle Gebäude steht unter eidgenössischem Denkmalschutz. «Die hölzerne Bogenbinder-Konstruktion ist weltweit einzigartig», so Schlaeppi.

Insgesamt 400'000 Franken

Der Hangar, der sich im Besitz der Flughafenbetreiberin Alpar AG befindet, wird zurzeit als Abstellhalle genutzt. Die IG Bider-Hangar, die 2003 gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, das Denkmal zu erhalten und an einem anderen Standort auf dem Flughafen einer neuen Nutzung zuzuführen. Denn für die Aviatikliebhaber ist der Hangar für die momentane Nutzung schlicht zu schade.

Die Versetzung des 26 Meter breiten und 11 Meter hohen Hangars ist aus technischer Sicht möglich, bedeutet aber einen grossen finanziellen Aufwand. «Noch verfügen wir nicht über definitive Zahlen, aber wir können davon ausgehen, dass Abbau, Transport und Neuaufbau des Hangars rund 400'000 Franken kosten werden», sagt Rolf Ellwanger, Mediensprecher der IG. Rund einen Viertel der Kosten für die Versetzung wird die kantonale Denkmalpflege übernehmen, zudem haben die Alpar AG, die Segelfluggruppe Bern und die Pro Patria ihre Kostenbeteiligung zugesichert. «Uns fehlen 160'000 Franken», so Ellwanger. Diese will die IG mittels Sponsorenbeiträgen auftreiben.

In den Startlöchern

Vorläufig sind die Aviatiker in den Startlöchern, denn das Ziel ist noch nicht in Sicht: «Solange der Masterplan für die vierte Ausbauetappe des Flughafens nicht definitiv ausgearbeitet ist, können wir nicht loslegen», so Ellwanger. Es sei nicht klar, wohin genau der Hangar versetzt werden soll. Vorgesehen ist zwar, ihn in der Nähe der Unterkünfte der Segelfluggruppe zu platzieren. Aber der genaue Standort kann stark variieren. Deswegen ist auch eine endgültige Projektausarbeitung noch nicht möglich. Erst wenn die neue Platzierung klar ist, will die IG so richtig Gas geben mit der Sponsorensuche.

Im Sommer für Events

Wie der Hangar in Zukunft genutzt werden soll, wissen die rund 150 Mitglieder der IG dagegen sehr genau. «Zum einen würden wir ihn im Winter für aviatische Zwecke einsetzen, so beispielsweise als Unterstand für die Segelflugzeuge», erklärt Schlaeppi, der selber Mitglied der Segelfluggruppe ist. In der Sommerzeit hingegen möchte man die unbeheizte Baukonstruktion für Events verwenden. «Uns schwebt vor, den Hangar auch für Vorträge, Konzerte, Theatervorstellungen oder Versammlungen von Firmen zu vermieten», sagt Ellwanger. Potenzielle Sponsoren sollen die Möglichkeit bekommen, den Hangar in Zukunft für eigene Zwecke einsetzen zu können.

Für Rolf Ellwanger und Christoph Schlaeppi hat die Erhaltung des Hangars aber eindeutig auch eine idealistische Komponente. «Der Bider-Hangar ist in der Fliegerszene weit über die Schweiz hinaus ein Begriff», so Schlaeppi. Der Bau sei aus architekturhistorischer Sicht eine Seltenheit. «Oskar Bider war der erste Pilot, der die Alpen überquert hatte. Er wurde gefeiert wie ein Volksheld, es wäre zu schade, sein Erbe zu Grunde gehen zu lassen.»

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