Bibliotheken erstrahlen im Tageslicht

Zwei Jahre lang wurde umgebaut. Nun ist das Archiv- und Bibliotheksgebäude an der Münstergasse wieder bezugsbereit. Prunkstück ist der neue Lesesaal mit 300 Plätzen.

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Düstere Räume, verwinkelte Gänge, unzugängliche Depots unter historischen Gewölben und eine zugemauerte Fensterfront. So präsentierten sich die Burger- und die Zentralbibliothek an der Münstergasse in den letzten 190 Jahren.

Anfang 2014 wurde mit dem Umbau begonnen. Jetzt ist das Gebäude wieder bezugsbereit. Und es ist kaum wiederzuerkennen. Die um 1830 zugemauerten Bogenfenster an der Gebäudefront (Münstergasse) wurden aufgebrochen.

Jetzt sieht man durch die Glasfenster quer durch das Gebäude, bis hin zum Kultur-Casino. Allerdings versperrt noch bis kommenden Montag eine Kunststoffverschalung den Durchblick.

Das finstere Dachgeschoss, bis anhin als Lagerraum genutzt, wurde aufgebrochen und mit Fenstern versehen. Nun präsentiert es sich als lichtdurchflutetes Grossraumbüro mit modernsten Möbeln. Geblieben sind die historischen Dachbalken, die beim Bau des Gebäudes um 1750 eingesetzt wurden.

Ausstellungsraum statt Keller

Eine neue Verwendung findet auch ein Gewölberaum im Untergeschoss. Bisher vollgepfropft mit grauen Archivschränken, werden hier künftig Ausstellungen durchgeführt. Neu ist auch das bediente Café Lesbar, das im Parterre sowie im Hof (Seite Herrengasse) über je 30 Plätze verfügt.

Das Herz- und Prunkstück des Gebäudes aber ist der neue Lesesaal unterhalb des Hofgartens. Aus zwei Stockwerken im UG wurde eines gemacht. Der hohe Raum mit Galerie bietet Arbeitsplätze für 300 Besucherinnen und Besucher. Im alten Lesesaal fanden knapp 180 Personen Platz. Die spätbarocken Lesesäle, der Haller- und der Schulheissensaal, wurden kaum verändert.

Das Haus ist nun vom 5. Untergeschoss bis ins 4. Obergeschoss durchgängig vertikal erschlossen. Die Zentralbibliothek der Universität Bern eröffnet am kommenden Montag, die Burgerbibliothek am 4. Juli.

Erstere tritt neu unter dem Namen Bibliothek Münstergasse auf. Die beiden Institutionen hatten ihre Bestände ausgelagert. Während die burgerliche Sammlung komplett wieder an die Münstergasse gezügelt wird, verbleibt ein grosser Teil der Unisammlung im Von-Roll-Areal.

Die Burgergemeinde hat für den Umbau 37 Millionen Franken investiert. Tag der offenen Tür: Am Samstag, 10. September, von 9 bis 18 Uhr.

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