Bewilligung für Bar am Egelsee war ungültig

Bern

Drei Monate lang war die Bar au Lac am Egelsee im vergangenen ­Sommer in Betrieb. Nun hat Regierungsrat Christoph Ammann (SP) entschieden: Die Bewilligung für die Bar war ungültig.

Die «Bar au Lac» war im letzten Sommer ein beliebter Quartiertreffpunkt für Jung und Alt.

Die «Bar au Lac» war im letzten Sommer ein beliebter Quartiertreffpunkt für Jung und Alt.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Die Bar au Lac war im letzten Sommer ein beliebter Treffpunkt für ein Feierabendbier oder für Familien aus dem Quartier. Die Verantwortlichen der Caffè-Bar Sattler durften versuchsweise während dreier Monate die Bar beim ehemaligen Entsorgungshof am Egelsee betreiben. Damals hiess es, dass keine Baubewilligung nötig sei.

Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) hatte den Versuchsbetrieb bewilligt. Nun hat Volkswirtschafts­direktor Christoph Ammann (SP) entschieden: Die Bewilligung für die Bar war ungültig. Ammann hiess die Beschwerde von einigen Anwohnern und vom Angel­fischerverein gut, soweit er darauf eintrat. Das berichtet die Nachrichtenagentur SDA.

Keine «Festwirtschaft»

Das Problem: Statthalter Lerch erteilte eine Bewilligung für eine «Festwirtschaft». Sein Parteikolleg Ammann vertritt nun die ­Meinung, dass ein Lokal, das monatelang täglich bis zu 14 Stunden geöffnet sei, nicht den Charakter einer Festwirtschaft habe. Hinzu komme, dass die Stadt Bern für den Betrieb 61'000 Franken gesprochen habe und die Barbetreiber selber 60'000 Franken investiert hätten. Auch das spreche eher für eine längerfristige ­Nutzung der Liegenschaft als Gastgewerbebetrieb.

Die IG Egelsee freut sich

Die Betreiber würden auch in diesem Jahr gerne ihre Bar wieder öffnen. In diesem Fall müsste der Regierungsstatthalter ein koordiniertes Baubewilligungsverfahren durchführen. Dabei habe er das Bundesrecht betreffend Umwelt- und Lärmschutz zu berücksichtigen, heisst es im regierungsrätlichen Entscheid.

Während die Barbesucher um ihren idyllischen Quartiertreffpunkt bangen, freut sich die Interessengemeinschaft Egelsee, die den Entscheid des Volkswirtschaftsdirektors begrüsst. Die IG wolle sich weiter dafür einsetzen, dass der Egelsee den Menschen als «Naturoase» erhalten bleibe, heisst es in einer Mitteilung. Als Raum für wertvolle Flora und Fauna solle er vor schädlichen Immissionen geschützt werden.

Enttäuscht über den Entscheid ist die Stadt Bern. «Wir bedauern sehr, dass offenbar die heutigen gesetzlichen Vorgaben einen einfachen und pragmatischen Weg für einen Cafébetrieb nicht zulassen», sagt Simon Küffer, stellvertretender Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.

Die Barbetreiber können den Entscheid ans Verwaltung­s­gericht weiterziehen. Ob sie das machen, ist noch offen.

ehi/sny

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