Bettys Auftritt an der Uni

Die Hundezüchterin Daniela Lutz wird an der Nacht der Forschung ihre Leonbergerhündin dem Publikum präsentieren. Seit zehn Jahren wird in Bern Forschung mit dieser Rasse betrieben.

Hundezüchterin Daniela Lutz und ihre Leonbergerhündin Betty zu Hause im Garten.

Hundezüchterin Daniela Lutz und ihre Leonbergerhündin Betty zu Hause im Garten.

(Bild: Raphael Moser)

Betty rennt ans Gartentor, bellt einmal, lässt die fremden Besucher dann aber unbekümmert und scheinbar ohne Misstrauen eintreten. Die dreijährige Leonbergerhündin trottet auf den Rasen und legt sich hin. Was Betty nicht weiss: Sie hat morgen Samstag an der Nacht der Forschung an der Universität Bern ihren grossen Auftritt. Über 600 Forscherinnen und Forscher aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten werden dem Publikum Einblicke in ihre Arbeit geben. Mit dabei ist auch das Institut für Genetik. Dort geht es darum, was die Humanmedizin von Erbkrankheiten beim Tier lernen kann. Insbesondere wird die Leonberger-Forschung präsentiert.

Chronische Schmerzen

«Seit zehn Jahren wird in Bern mit Leonberger-Blut Forschung betrieben, hier befindet sich die grösste Leonberger-Blutdatenbank», sagt Daniela Lutz, Hundehalterin von Betty. Die Ärztin und Biologin ist Präsidentin des Schweizerischen Leonberger-Clubs und Hundezüchterin. Man habe bei dieser Rasse eine genetisch bedingte Nervenerkrankung entdeckt, die Polyneuropathie. «Tiere, die betroffen sind, haben chronische Schmerzen in den Beinen und Probleme beim Laufen», sagt Lutz. Die Krankheit könne tödlich enden. Ihre Hündin Betty ist allerdings gesund.

Die sanften Riesen

Bei ihrem Auftritt an der Nacht der Forschung gehe es in erster Linie darum, dem Publikum einen lebenden, fröhlichen und freundlichen Leonberger zu zeigen. «Sie werden auch als sanfte Riesen bezeichnet», erzählt Daniela Lutz. «Es sind sehr friedliche, unaufgeregte Hunde, die gut in eine Familie mit Kindern passen.» Allerdings könnten sie bisweilen ein bisschen stur sein, ohne dabei aber aggressiv zu werden. «Charakteristisch ist, dass sie am Kopf ein extrem weiches Fell haben, einzigartig unter Hunden.»

Die Rasse ist Anfang des 19. Jahrhunderts in Leonberg, einer Stadt in der Nähe von Stuttgart, gezüchtet worden, durch eine Kreuzung von Bernhardi­ner, Neufundländer und Pyrenäenberghund. Leonberger-Rüden können eine Schulterhöhe von bis zu 80 Zentimeter haben und 80 Kilogramm schwer werden. «Leider aber», sagt Daniela Lutz, «werden sie – wie viele andere grosse Rassen – nicht sehr alt. Ein elfjähriger Leonberger ist ein alter Hund.»

Betty, die gutmütige, dreijährige Hündin, tritt morgen Samstag ab 16 Uhr am Stand Nr. 20 im Hauptgebäude der Universität Bern auf. Das Programm der Nacht der Forschung unter: www.nachtderforschung.unibe.ch.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...