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Berns Stapi, der Komiker

Ein Witz? Nein, im Ernst: Im Dezember tritt Stadtpräsident Alexander Tschäppät als Spezialgast im «Comedy Club» in Das Zelt auf.

Wolf Röcken
Bald auf der Comedy-Bühne: Alexander Tschäppät.
Bald auf der Comedy-Bühne: Alexander Tschäppät.

Der Auftritt ist ein gefundenes Fressen für die Kritiker von Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Für jene, die schon immer sagten, der Stadtpräsident liefere seit Jahren reinste Realsatire ab. Für jene, die finden, der gehöre eh definitiv in die Abteilung Comedy. Am 12. Dezember tritt Alexander Tschäppät als Special Act im «Comedy Club 13» auf der Bühne von Das Zelt auf der Allmend auf. In anderen Städten heissen die Special Acts Susanne Kunz oder Michael Elsener. In Bern ists der Stapi.

Nein, die Idee kam nicht von Tschäppät selber. Die Verantwortlichen von Das Zelt fragten ihn vor rund einem halben Jahr an – in Erinnerung an den letzten Tschäppät-Kurzauftritt im Zelt: Im Dezember 2009 verabschiedete Tschäppät die A-Cappella-Burschen von Bagatello mit einer launigen Rede. Die Betreiber notierten sich die Idee eines Bühnencomebacks. Nun ergab sich die Gelegenheit. Wahnsinnig lange habe er nicht gezögert mit der Zusage, sagt Tschäppät, «das ist doch spannend, und Humor tut einer Gesellschaft gut».

Ja, die Komik interessiert Tschäppät. Ernsthaft. Nach dem Ende seiner Stapi-Zeit in drei Jahren sieht er sich als Geranten in einem Beizli. Oder im zeitgenössischen Politkabarett. Diese Pläne hat er in Interviews in den letzten Monaten schon mehrmals angesprochen. Ob Politkabarett, Slapstick oder Stand-up: In welche Richtung es später einmal gehen soll und welche Form er nun Mitte Dezember vor Publikum ausprobieren wird, weiss Tschäppät noch nicht. Auf jeden Fall solls vorbereitet sein, «ganz spontan geht das nicht». Die Generalprobe soll zu Hause stattfinden. Das Publikum: seine Frau, «ein durchaus kritischer Geist».

Nein, Tschäppät wird seinen Auftritt nicht schreiben lassen. Er schreibt selber. Ab Mittwoch ist er für mehrere Tage im Spital, Operation an den Knien. Wenn es ihm gut gehe, bleibe Zeit, sich Gedanken über den Auftritt zu machen, sagt er. Die Vorbereitungen laufen aber schon ewig: Seit Jahren sammelt Tschäppät Schnipsel aus Zeitungen, zwei Bundesordner hat er mit potenziellem Kabarettmaterial: Fichenaffäre, die Berner Bären, Politpossen aller Art. Material für Pointen sollte er aus seiner Karriere genug haben. Denn dreissig Jahre Politik – das ist ja nichts anderes als zwischendurch Realsatire.

Ja, den letzten Satz hat Tschäppät selber gesagt.

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