Bernmobil setzt nun doch auf Trams mit zwei Führerständen

Bern

Die Kehrtwende ist vollzogen: Als Ersatz für die eigenen Vevey-Trams und die blauen RBS-Trams will Bernmobil Zweirichtungsfahrzeuge kaufen.

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Stephan Künzi

Dass das Nein zu Trams mit zwei Führerständen nicht mehr lange Bestand haben würde, hatte sich abgezeichnet. Anders als beim Urnengang zum Tram Region Bern im Herbst 2014 liess Sprecher Rolf Meyer schon im Frühling 2017 durchblicken: Zweirichtungsfahrzeuge sind für Bernmobil kein Tabu mehr.

Am Mittwoch schuf das Stadtberner Verkehrsunternehmen Klarheit und teilte mit, dass es einen Auftrag für zwanzig Trams mit zwei Führerständen ausgeschrieben hat. Die neuen Fahrzeuge sollen die zwölf Vevey-Trams aus der Flotte von Bernmobil sowie die neun blau-roten Trams aus der Flotte des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) ersetzen. Letzere fahren heute auf der Linie 6 nach Worb, die künftig nicht mehr nur von Bernmobil betrieben, sondern auch von Bernmobil-Trams befahren wird.

Flexibler einsetzbar

Im Herbst 2014 waren vor allem die Nachteile der Zweirichtungsfahrzeuge wie die höheren Kosten, das grössere Gewicht oder das kleinere Platzangebot das dominierende Thema. Nun rühmt Bernmobil die Vorteile dieser Trams. Sie seien flexibler einsetzbar, weil sie über eine einfache Weiche das Gleis wechseln und dann wenden könnten. Für Fahrzeuge mit nur einem Führerstand dagegen sei immer eine Schleife nötig.

Solche Gleiswechselanlagen will Bernmobil in den nächsten Jahren an diversen Stellen im Tramnetz einbauen. Die zwanzig neuen Fahrzeuge sollen zwar primär auf der Linie 6 verkehren. Weil sie aber in genügend grosser Anzahl beschafft werden, können sie im Störungsfall auf bis zu zwei weiteren Linienästen zum Einsatz kommen.

Die neuen Trams werden Ende 2019 bestellt und von 2023 bis 2024 geliefert. Mit Blick auf die neue Tramlinie nach Ostermundigen und die Tramverlängerung nach Kleinwabern hält sich Bernmobil zudem die Option zum Bezug von nochmals bis zu dreissig Trams mit wohl nur einem Führerstand offen. Insgesamt rechnet das Unternehmen mit Investitionen von 100 Millionen Franken.

Berner Zeitung

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