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Bernmobil fährt auch künftig mit EWB-Strom

Das städtische Verkehrsunternehmen Bernmobil wird den benötigten Strom künftig zum Börsenpreis an der Europäischen Strombörse beziehen. EWB wird dies managen.

Bernmobil muss auch künftig seine Strombeschaffung nicht ausschreiben.
Bernmobil muss auch künftig seine Strombeschaffung nicht ausschreiben.
Christian Pfander

Bernmobil und die Stadtverwaltung haben einen Ausweg gefunden. Im Frühling wurde bekannt, dass sich für Bernmobil die Frage stellt, ob das Unternehmen den Vertrag für die Strombeschaffung ausschreiben muss. Das öffentliche Beschaffungsrecht verlangt, dass Aufträge mit einem Wert von über 250'000 Franken ausgeschrieben werden müssen.

Doch der Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) und die städtische Verkehrsdirektorin und Bernmobil-Präsidentin Ursula Wyss (SP) haben im Frühling zu verstehen, dass sie eine Lösung suchen wollen, dass EWB auch künftig die Stromlieferantin von Bernmobil bleiben wird.

Neu wird EWB den Strom für Bernmobil an der Europäischen Strombörse beschaffen und nur noch den jeweiligen Börsenpreis ohne Marge oder andere Zuschläge verrechnen. Schon bisher beschaffte EWB den Strom für Bernmobil an dieser Börse, verrechnete dafür aber einen Fixpreis.

Diese Lösung stützt sich auf die Verordnung zum Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen. In dieser gibt es einen Passus, der besagt, dass die Beschaffung von Gütern an Warenbörsen nicht öffentlich ausgeschrieben werden muss. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen haben das Vorgehen der Wettbewerbskommission unterbreitet. Diese ist zum Schluss gekommen, dass dieses gesetzeskonform ist.

Für den Aufwand, der EWB für die Strombeschaffung auf sich nimmt, erhält der Energieversorger eine Entschädigung. Diese wird in einem separaten Vertrag geregelt. Hier ist noch offen, ob der Auftrag ausgeschrieben werden muss.

Liegt der Auftragswert für vier Jahre unter 150'000 Franken, braucht es keine Ausschreibung. Bei einem Auftragswert zwischen 150'000 und 250'000 Franken muss Bernmobil mehrere Unternehmen einladen, eine Offerte abzugeben. Und bei einem Wert von über 250'000 Franken muss Bernmobil den Auftrag ausschreiben.

Da Bernmobil ökologischen Strom beziehen will, muss das Unternehmen zudem sogenannte Zertifikate kaufen. Das dafür bezahlte Geld geht an Betreiber von nachhaltigen Stromproduktionsanlagen, die zu höheren Kosten als der Marktpreis produzieren. Bernmobil geht davon aus, dass die Kosten für diese Zertifikate in einem Vierjahreszeitraum «höchstwahrscheinlich» unter der Schwelle von 250'000 Franken bleiben werden.

Die Übergangsregelung

Die neuen Modalitäten gelten aber noch nicht ab sofort. Für die nächsten zwei Jahre hat der Bernmobil-Verwaltungsrat entschieden, den Strom weiterhin bei EWB zu beziehen und dies ohne Ausschreibung.

Die Stromlieferungen werden aber neu zum Börsenpreis verrechnet werden. Im Jahr 2022 will der Verwaltungsrat entscheiden, ob er das Modell definitiv einführen wird.

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