Bernexpo tut gut daran, die Eventhalle auch ohne Staatsgeld zu planen

Die Geldsuche für die Eventhalle gestaltet sich schwierig. Ein Kommentar von BZ-Redaktor Stefan Schnyder, Leiter Ressort Stadt Bern.

Stefan Schnyder, Leiter Ressort Stadt Bern.

Stefan Schnyder, Leiter Ressort Stadt Bern.

(Bild: Raphael Moser)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

In einem Punkt sind sich alle einig: Die Stadt Bern braucht einen Ersatz für die alte Festhalle. Dafür ist es höchste Zeit. Die Halle erfüllt die heutigen Anforderungen längst nicht mehr. Doch mit der Realisierung einer neuen Eventhalle tut sich Bernexpo schwer. Das hat der Marschhalt gezeigt, den das Unternehmen im Oktober eingelegt hat.

Verwaltungsratspräsidentin Franziska von Weissenfluh konnte nun gestern einen Erfolg vermelden. Sie holte die Immobilienentwicklerin HRS ins Projekt. Deren Chef Martin Kull gilt als der erfolgreichste Macher in der Branche. Doch eines ist klar: HRS investiert nicht längerfristig Geld in die Immobilienprojekte, die das Unternehmen entwickelt. Aber die exzellenten Kontakte von Kull zu Investoren sollen die erforderlichen Geldquellen erschliessen. Als Investoren für die Eventhalle kommen Immobilienunternehmen, Fonds oder Versicherungen infrage.

Wer auch immer dies am Ende sein wird: Der neue Spieler auf dem Messeplatz Bern wird die anderen Akteure wie die Stadt, den Kanton und die Burger­gemeinde zu einer neuen Lagebeurteilung zwingen. Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried ist zwar nach wie vor optimistisch: Er will, dass es mit dem Projekt endlich vorwärtsgeht, und spricht dafür noch so gerne 15 Millionen Franken.

Beim Kanton dagegen ist derzeit grösste Zurückhaltung zu spüren. Die Volkswirtschaftsdirektion will zuerst wissen, wer der Investor ist und wie Chancen und Risiken verteilt sind. Und erst danach entscheiden. Denn sie kann es sich nicht leisten, dass der Investor dank dem Kantonsbeitrag eine übermässige Rendite erzielt. Dies, weil die Finanzkontrolle und kritische Grossräte es sicher genauer wissen wollen. Auch die Burgergemeinde ringt angesichts der neuen Ausgangslage um Orientierung. Deshalb tut Bernexpo gut daran, auch einen Plan B vorzubereiten. Für den Fall, dass es plötzlich viel weniger Geld von der öffentlichen Hand gibt als gedacht.

Berner Zeitung

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