Berner Velo-Liebe soll mit Steuergeldern gefördert werden

Der Gemeinderat will eine 750'000 Franken teure Velo-Kampagne fahren. Völlig gaga, finden bürgerliche Politiker.

Gehen in die Velo-Offensive: Die Gemeinderätinnen Franziska Teuscher und Ursula Wyss wollen den Bernern das Velo näher bringen. (Archivbild)

Gehen in die Velo-Offensive: Die Gemeinderätinnen Franziska Teuscher und Ursula Wyss wollen den Bernern das Velo näher bringen. (Archivbild) Bild: Iris Andermatt

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Bern soll aufs Velo umsatteln. Das ist das erklärte Ziel der 2015 vom Gemeinderat vorgestellten «Velo-Offensive». Deren Ziel ist, dass sich der Veloanteil am Stadtberner Verkehr bis 2030 verdoppelt. Um dieses Vorhaben zu erreichen greift die Berner Stadtregierung nun zu Mitteln des Marketings.

Der Gemeinderat teilt mit, dass er ab Sommer 2018 eine dreijährige Velo-Kampagne starten will. «Die Kampagne soll mit positiven Botschaften arbeiten und keine Verkehrsteilnehmenden ausgrenzen», heisst es im Communiqué. Das Kostendach wird auf 750'000 Franken veranschlagt.

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Was sich der Gemeinderat unter der Aktion genau vorstellt, wird in der Mitteilung ansatzweise erklärt. «Die Kampagne soll nicht mahnen oder erziehen, sondern die Vorzüge des Velos in den Vordergrund stellen.» Als Schlagworte fallen Gesundheit, Umwelt, Geschwindigkeit und Lifestyle.

Bürgerliche reagieren irritiert

750'000 Franken Steuergelder um der eigenen Bevölkerung die Vorzüge des Velos näher zu bringen? Bürgerliche Politiker, wie FDP-Stadtrat Tom Berger und FDP-Stadtratskandidat Roland Mathys, reagierten auf Twitter irritiert.

Im Vergleich zu den Kosten für die gesamten Massnahmen der «Velo-Offensive» ist die Kampagne allerdings ein Klacks. Bei der Lancierung wurden die Kosten auf insgesamt 70 Millionen Franken geschätzt. Die grossen Kostentreiber sind die Vorhaben Velohauptrouten, die Fuss- und Veloverbindungen Breitenrain-Länggasse und Ausserholligen sowie neue Velostationen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.07.2017, 09:23 Uhr

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