Berner Stadtregierung gegen Chip-Pflicht für Velos

Bern

Der Berner Gemeinderat empfiehlt eine Motion zur Ablehnung des Chip-Obligatoriums bei Velos. Es sei viel zu teuer und von geringem Nutzen.

Sicherheit im Verkehr: SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat fordert einen Pilotversuch mit obligatorischem Chip für jedes neue Velo in Bern.

Sicherheit im Verkehr: SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat fordert einen Pilotversuch mit obligatorischem Chip für jedes neue Velo in Bern.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Viel zu teuer und von geringem Nutzen: Mit diesen Argumenten lehnt der Berner Gemeinderat eine Chip-Pflicht für alle Velos in der Stadt ab. Er empfiehlt eine entsprechende Motion zur Ablehnung.

SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat fordert einen Pilotversuch mit obligatorischem RFID-Chip für jedes neue Velo in Bern. Er verspricht sich davon einen Beitrag an die Sicherheit im Verkehr. Dank Chip wären Rotlicht-Sünder einfach zu eruieren. Das kleine technische Hilfsmittel könnte auch einen Beitrag gegen «Velo-Littering» leisten.

Doch der Gemeinderat will von einem Pilotversuch nichts wissen, wie er in der am Dienstag publizierten Antwort deutlich macht. Für ein Chip-Obligatorium gebe es keine gesetzliche Grundlage - weder auf Bundes-, Kantons- noch Stadtebene. Freiwillige liessen sich für einen Versuch kaum finden, schreibt der Gemeinderat.

Die Kosten für die Durchführung eines technischen, auf wenige Anlagen beschränkten Pilotprojekts schätzt er auf 300'000 bis 400'000 Franken. Nicht berücksichtigt sei dabei der grosse administrative Aufwand, der mit der Erfassung der in Bern verkehrenden Velos und deren Halter verbunden sei.

Zudem liesse sich nicht sicherstellen, dass alle in Bern verkehrenden Velos registriert werden könnten. Fazit: Der Gemeinderat beurteilt den Nutzen eines Pilotversuchs als «sehr gering».

Dass auch Velofahrer die Regeln beachten sollten, stehe aber ausser Frage. Der Gemeinderat plant deshalb im Spätsommer eine weitere Kampagne, welche «die Herausbildung einer eigentlichen Velokultur» zum Ziel hat. Dabei geht es um gegenseitigen Respekt und um ein «entspanntes Nebeneinander» im Strassenverkehr.

ss/sda

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