Berner Stadtrat macht Druck für mehr preisgünstigen Wohnraum

Mit verschiedenen Massnahmen soll die Stadt Bern mithelfen, mehr erschwingliche Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

In der Bundesstadt soll es wieder mehr günstige Wohnungen geben, findet der Stadtrat.

In der Bundesstadt soll es wieder mehr günstige Wohnungen geben, findet der Stadtrat.

(Bild: Andreas Blatter)

Christoph Hämmann

Das Stadtparlament ist mit der Wohnbaupolitik des Gemeinderats nicht zufrieden, und es brachte dies am Donnerstag mit fünf Vorstössen zum Ausdruck. So fasste der Gemeinderat unter anderem den Auftrag, beim längst beschlossenen Ausbau des Angebots günstiger Wohnungen endlich vorwärtszumachen und dafür eine Strategie zu erarbeiten.

Zudem soll er sich in einer Charta dazu verpflichten, vermehrt mit gemeinnützigen Wohnbauträgern zusammenzuarbeiten. Beim Verkauf oder bei der Abgabe im Baurecht von städtischem Land schliesslich soll er festlegen, dass darauf keine Zweitwohnungen gebaut werden.

Während bei den anderen Vorstössen Rot-Grün, GLP und BDP für wuchtige Mehrheiten sorgten, wurde diese letzte Forderung nur mit einer Stimme Unterschied überwiesen. Als Bundesstadt müsse Bern der Uni, der Verwaltung und Unternehmen Zweitwohnungen anbieten können, hatte Finanzdirektor Alexandre Schmidt (FDP) – letztlich erfolglos – argumentiert.

«Schlaumeiereien»

Schmidt musste im Parlament teilweise harsche Kritik einstecken. Aktueller Hintergrund war der Bericht dieser Zeitung, dass er im Morellhaus teure Businessapartments einrichten wollte – ohne dies im Stadtrat zu erwähnen. «Solche Schlaumeiereien gehören offenbar zu Schmidts Standardrepertoire», sagte Patrik Wyss (GFL).

Johannes Wartenweiler (SP) kritisierte, dass beim Fonds zu viel Energie draufgehe, «zu verhindern, dass uns der Gemeinderat linkt». Bürgerliche hingegen warfen ein, dass die Stadt auch Liegenschaften brauche, die eine Rendite abwerfen würden.

Berner Zeitung

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