Berner Stadtrat genehmigt 12-Millionen-Kredit für Hochwasserschutz

Bern

Die Aarequartiere in der Stadt Bern sollen langfristig besser vor Hochwasser geschützt werden. Das Parlament genehmigte einen Kredit von 11,8 Millionen Franken. Im März entscheidet das Volk.

Eine Überschwemmung wie im Jahr 2005 soll im Mattequartier nach der Umsetzung aller Schutzmassnahmen nicht mehr möglich sein.

Eine Überschwemmung wie im Jahr 2005 soll im Mattequartier nach der Umsetzung aller Schutzmassnahmen nicht mehr möglich sein.

(Bild: Thomas Wüthrich)

Der Kredit dient zur Ausarbeitung eines Wasserbauplans «Gebietsschutz Quartiere». Damit wollen die Behörden die ufernahen Quartiere in der Bundesstadt besser vor Hochwasserereignissen schützen. 1999 und 2005 hatte das Hochwasser dort grosse Schäden angerichtet. Seither traf die Stadt bereits einige Sofortmassnahmen, doch noch fehlte ein langfristiger Schutzplan.

Diese Lücke wird nun geschlossen: Der Stadtrat genehmigte den Projektierungskredit mit 57 Ja-Stimmen zu einer Nein-Stimme. Er folgte damit dem Antrag des Gemeinderats.

Bereits im März 2012 hatte das Stadtparlament festgelegt, in welche Richtung der Wasserbauplan gehen soll - dies nach jahrelanger Vorprüfung mehrerer Varianten. So ist namentlich für das Matte-Quartier jetzt eine diskret gestaltete Schutzmauer gegen Hoch- und Grundwasser vorgesehen.

Weniger Eingriffe ins Stadtbild

Der Gemeinderat hatte die Mauer ursprünglich höher bauen und insgesamt einen umfassenderen Hochwasserschutz realisieren wollen. In diesem Vorhaben wurde der Gemeinderat aber 2009 vom Parlament gebremst - die Stadtregierung musste über die Bücher.

Die Zusatzabklärungen hätten einen Lernprozess bei allen Beteiligten bewirkt, stellte Dolores Dana namens der FDP-Fraktion fest. Die jetzt vorliegende Lösung greife weniger stark ins Stadtbild ein und vermeide eine «Verbetonierung» mitten im Unesco-Welterbe Berner Altstadt. Die Vorlage sei nun «besser und in der Bevölkerung breiter abgestützt», sagte Dana.

Auch Daniel Klauser, Sprecher der GFL/EVP-Fraktion, sprach von «grösserer Akzeptanz» des jetzigen Schutzprojektes. SVP-Sprecher Kurt Rüegsegger zeigte sich froh, dass es nach den langen Vorarbeiten nun endlich an die Umsetzung des Hochwasserschutzes gehe.

«Wir sind es der Bevölkerung in den Aare-Quartieren schuldig, nun weiterzuplanen», mahnte auch Gemeinderätin Regula Rytz (GB). Sie zeigte sich zufrieden, dass in dem «komplexen Geschäft» ein Kompromiss zustandegekommen sei. Für Rytz, die Ende Jahr aus der Berner Stadtregierung ausscheidet, war es «das letzte grosse Geschäft», das sie vor dem Parlament vertrat.

Gesamtkosten von 93 Millionen Franken

Die Stadtbehörden und die Stimmberechtigten Berns wird das Hochwasser-Schutzprojekt noch jahrelang beschäftigen. Über den nun vom Stadtrat genehmigten Projektierungskredit befindet das Volk im März 2013. Für das eigentliche Bauprojekt wird später nochmals eine Volksabstimmung nötig sein - voraussichtlich 2016. Baubeginn dürfte nicht vor 2017 sein.

Die Kosten für das Gesamtprojekt schätzt der Gemeinderat auf rund 93 Millionen Franken. Bund und Kanton werden sich an den Kosten beteiligen. Die Stadt wird voraussichtlich Nettokosten von 42 Millionen Franken zu tragen haben.

toc/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt