Berner Regierung sagt Nein zu Bieler Westast-Alternativvorschlag

Biel

Für den geplanten A5-Westast der Bieler Autobahnumfahrung liegt nun die vertiefte Prüfung des Alternativvorschlags vor. Auch nach dieser Prüfung sagt der Berner Regierungsrat Nein dazu.

Die Regierung will an der ursprünglich geplanten Ausführungsvariante festhalten.

Die Regierung will an der ursprünglich geplanten Ausführungsvariante festhalten.

(Bild: PD)

Die Berner Regierung sagt weiterhin Nein zum Alternativvorschlag eines 2000 Mitglieder starken Bieler Bürgerkomitees für den Bau des A5-Westasts. Daran hat auch die im Juni vom bernischen Grossen Rat erzwungene Prüf-Zusatzschlaufe nichts geändert.

Wie der neue kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektor Christoph Neuhaus und drei externe Fachleute am Freitag an einem Mediengespräch in Biel sagten, ist zwar der Alternativvorschlag grundsätzlich machbar. Der Vorschlag habe aber gewichtige Nachteile im Vergleich mit dem offiziellen Ausführungsprojekt.

Insbesondere würde der Vorschlag des Komitees «Westast - so nicht!» die Bieler und Nidauer Quartiere deutlich schwächer vom Verkehr entlasten als das offizielle Projekt. Das steht in einem am Freitag vom Kanton veröffentlichten Vergleichsbericht.

Mit oder ohne Anschlüsse

Wichtigster Unterschied des offiziellen Projekts und des Alternativvorschlags ist, dass ersteres zwei offene Autobahnanschlüsse auf Gebiet der Stadt Biel vorsieht. Letzterer sieht hingegen den Bau eines fünf Kilometer langen Tunnels zwischen Brüggmoos und Vingelz vor - ohne Anschlüsse.

Der Tunnel gemäss Alternativvorschlag würde zweispurig, nicht vierspurig, und an der Oberfläche begleitet von einer zum «Boulevard» ausgebauten Bernstrasse für den Regional- und Lokalverkehr.

Die externen Fachleute und der Kanton glauben, dass der Alternativvorschlag rund 15 Prozent billiger wäre als das offizielle Projekt. Doch würden Kanton Bern und die betroffenen Gemeinden kaum Einsparungen verzeichnen, weil der Bundesbeitrag tiefer ausfiele.

Die Bauzeit und damit auch die Belastung durch die Bauarbeiten beim Alternativvorschlag wären kürzer respektive geringer. Doch wäre der A5-Westast gemäss Alternativvorschlag dennoch später fertig. Denn bei letzterem ist der Planungs- und Genehmigungsprozess weit fortgeschritten. Die Kosten betragen 1,6 beziehungsweise 2,2 Milliarden Franken.

Neuhaus will Dialog führen

Obwohl die Berner Regierung nun nicht mehr bereit ist, weiteres Geld in die Planung des A5-Westasts zu stecken, wie sie in einer Mitteilung schreibt, will Baudirektor Neuhaus dennoch den Dialog mit der Bevölkerung suchen. Im September lädt er die Bieler und Nidauer Bevölkerung zu Informationsanlässen.

Danach will Neuhaus' Direktion zuhanden der Behördendelegation des A5-Westasts einen Vorschlag für das weitere Vorgehen ausarbeiten und diese Delegation entschiedet.

Das Komitee «Westast - so nicht!» sieht darin eine Alibiübung, wie es mitteilte. Dennoch sei es «vorläufig gesprächsbereit». Für die «IG Häb Sorg zur Stadt» ist die «Nullvariante» der Ausweg, also kein Ausbau von Strassen.

Keine zusätzliche vertiefte Prüfung

Klar wurde am Freitag, dass der Kanton Bern seit dem Auftrag des bernischen Grossen Rats von Juni, die beiden Varianten einem «Faktencheck» zu unterziehen, keine vertiefte Prüfung vorgenommen hat.

Er schreibt, schon nach einem Grossratsvorstoss zum A5-Westast habe die Kantonsregierung die Alternatividee von drei externen Ingenieurbüros technisch überprüfen lassen. Die Resultate dieser Untersuchungen seien aber nur «sehr summarisch kommuniziert worden.» Im neuen Bericht würden nun diese Berichte übersichtlich zusammengefasst.

sda

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