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Berner Platte: Velostürze und Schlammpark

Sportlich war der Swiss Bike Park in Oberried in der Gemeinde Köniz bereits am Wochenende durch die Teilnehmer der Pump-Track-WM eingeweiht worden. Am Montag wurde der Velopark zudem mit einem Fest eröffnet.

Berner Ständeräte Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) sind Co-Präsidenten des Patronatskomitees des Swiss Bike Parks.
Berner Ständeräte Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) sind Co-Präsidenten des Patronatskomitees des Swiss Bike Parks.
Raphael Moser
Markus Binggeli und seine Tochter Lynn.
Markus Binggeli und seine Tochter Lynn.
Raphael Moser
Könizer Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP) und SP-Regierungsrat Christoph Ammann.
Könizer Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger (SP) und SP-Regierungsrat Christoph Ammann.
Raphael Moser
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Der strömende Regen hielt die rund 350 geladenen Gäste nicht von einem Besuch am Eröffnungsfest des neuen Swiss Bike Parks ab. Der Weg zum 680 Meter über Meer gelegenen Weiler dürfte vielen Velo-Liebhabern nicht fremd sein: Das Projekt wurde von Thomas Binggeli initiiert. Der Park befindet sich unmittelbar neben dem Laden des Velogeschäfts Thömus. Während «Thömu» sich lange nicht blicken liess, begrüsste dessen Bruder Markus Binggeli die eingetroffenen Gäste. Auch Markus' Tochter Lynnwar als Barista im Einsatz. «Ich segle lieber, aber Velofahren kann ich auch. Gelernt habe ich das von Papa», sagte die 13-Jährige.

In Pelerinen gingen die Gäste übers Feld, auf dem das Gehen am Hang bereits zu einer Rutschpartie geworden war. Das musste Hanspeter Kienberger, YB-Präsident und Stiftungsratspräsident des Swiss Bike Parks, auf die harte Tour lernen. Er landete seitlich im Morast. Das machte ihm nichts aus, denn er ist ein Veloliebhaber und nicht gerade zimperlich. «Heute sieht man eben, dass Velofahren ein Outdoorsport ist», sagte der 57-Jährige. Er werde den Bike Park altersgerecht einweihen, sagte er. Sprich: mit einer langsamen Fahrt. Velofahren lernte er als kleiner Junge von Nachbarskindern in Oftringen, erzählte er. Und er erinnerte sich auch einen Sturz: «Ein rechtsabbiegender Autofahrer hat mich übersehen, aber ich bin nach dem Sturz wieder aufgestanden.» Neben ihm stand Ruedi von Bergen, der eine Risikoanalysefirma in Solothurn führt. Den ersten Fahrradsturz vergisst der 67-Jährige auch nicht. «Es war ein Velo mit Rennlenker, ich knallte in eine Mauer vor einer Arztpraxis. Der Doktor verarztete mich dann.»

Triefend nass erreichte Annemarie Berlinger (SP) die Eröffnung. Die Könizer Gemeindepräsidentin hatte die 15-minütige Fahrt hierher mit dem E-Bike auf sich genommen. «Ich bin eine vorsichtige Fahrerin. Der Sturz meines Bruders über eine Treppe hinab hat mich geprägt», sagt Berlinger. «Bist du im wet look gekommen?», fragte sie der SP-Regierungsrat Christoph Ammann. Er habe in jungen Jahren eine Karriere als Bikepionier hingelegt, wie er erzählt. «Aber von den Schweizermeisterschaften in den 1990er Jahren findet man wohl keine Ranglisten mehr», sagte der 50-Jährige. Er freut sich, mit seinem 12-jährigen Sohn den Swiss Bike Park auszuprobieren. «Hier kann er in einem gesicherten Rahmen seine Geschicklichkeit üben.» Ihm ist bewusst, dass der Park noch auf Geldsuche sei, aber der Bike Park könne vom Kanton kein Geld erwarten. «Mir ist es lieber, wenn solche Projekte privat finanziert werden. Man weiss ja, wie es um die Finanzen des Kantons steht», sagte der Volkswirtschaftsdirektor.

Mit Veronika und Martin Hofweber waren auch Vertreter aus der Bierbranche vor Ort. Ihnen gehört die Brauerei Rugenbräu in Interlaken. Auf die Frage, ob er sich eine Runde im Swiss Bike Park zutrauen würde, sagte der 79-jährige Hofweber: «Ich will noch ein bisschen leben.» Ganz aufs Velofahren verzichten sie indes nicht: «Thömu hat uns ein E-Bike für einen Monat ausgeliehen, das wir nun gekauft haben», sagte die 72-jährige Veronika Hofweber.

Auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Bundespolitik waren zugegen: So die abtretende Aargauer SP-Ständerätin Pascale Bruderer, aber auch die Berner Standesherren Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP). Letztere zwei sind Co-Präsidenten des Patronatskomitees des Swiss Bike Parks. «Wir sind auf der Suche nach Privaten und Stiftungen, die Geld in die Prävention und in die Jungen investieren wollen. Wir suchen keine Sponsoren, denn diese erwarten immer eine Gegenleistung», sagte der 61-jährige Luginbühl. Das Velo spiele in seinem Leben keine grosse Rolle, denn er wandere lieber, sagte der Präsident der Schweizer Wanderwege. Keine Nebenrolle hatte in seiner Kindheit das erste Velo, das er besass: «Es war ein Trottinett mit Steuerrad. Das hatte natürlich niemand. Damit bin ich ständig umgefallen, weil ein Steuerrad an einem Trottinett einfach nicht funktioniert.»

Ein Jubiläum, was das Velofahren anbelangt, feiert Hans Stöckli. Vor 60 Jahren habe er sich das Fahrradfahren selbst beigebracht. «Ich war sechseinhalb Jahre alt, habe eine Kiste aufgestellt, mich daran abgestossen und bin dann mehrmals aufs Maul gefallen», erzählt der Bieler. «Seither fahre ich jeden Tag Velo, das ist einfach mein Fortbewegungsmittel.»

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