Berner Platte 2.0

Bern

Ab Samstag steht Bern für zwei Wochen im Zeichen der nachhaltigen Ernährung. Am Foodfestival Kulinata können Interessierte Würmer kosten, mosten oder vegan kochen lernen.

Schon letztes Jahr lockte die kulinarische Vielfalt viele Gäste nach Bern.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Schon letztes Jahr lockte die kulinarische Vielfalt viele Gäste nach Bern.

(Bild: PD)

Seeländer Linsen und Aaretaler Douroc-Säuli: Das ist eines von elf verschiedenen Mittagsmenüs, die während der Kulinata angeboten werden. Das Menü verrät die Ausrichtung des ersten Berner Foodfestivals – regionale und saisonale Lebensmittel stehen im Zentrum.

Vom 8. bis zum 21. September zeigen 67 Veranstalterinnen und Veranstalter an über achtzig Kursen, Vorträgen und Führungen in und um Bern, wie nachhaltige Ernährung funktioniert.

Veranstalter gaben Anstoss

«Wir bekamen immer wieder Anfragen von Veranstaltern, ob wir Projekte zu nachhaltiger Ernährung unterstützen würden», erklärt Kulinata Co-Projektleiterin Natalie Schäfer von der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern. Daraus entstand die Idee, an einem Food­festival Angebote zu bündeln und nachhaltige Projekte vorzustellen.

Zusammen mit der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern initiierte die Stadt im Herbst 2017 das Netzwerk «Berner Platte 2.0». Es besteht aus Berner Vereinen und Insti­tutionen, die sich für eine nachhaltige Ernährung einsetzen und nun an der Kulinata ihre Pro­dukte, Ideen und Geschäfte präsentieren.

Das Budget für das Festival liegt bei rund 140 000 Franken – «einen Franken pro Einwohner», wie Schäfer erläutert. Die Stadt übernimmt die Kosten für Infrastruktur und Kommunikation, den Rest tragen die Veranstalter selber.

«Wir erwarten Menschen, die  gern essen und  neugierig sind.»Natalie SchäferCo-Projektleiterin Kulinata

Brunch zur Eröffnung

Mit einem Brunch an der langen Tafel auf dem unteren Waisenhausplatz startet die Kulinata übermorgen Samstag. Am Eröffnungsfest können Besucher un­ter anderem Produzentinnen und Köche kennen lernen, selber Most und Öl pressen oder mithelfen, das Zelt mit Pflanzsäckli zu verschönern. Den Abend eröffnet Gemeinderat Reto Nause (CVP).

Bis zum 21. September finden täglich Veranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit statt. Am Essento Insektenkochkurs beispielsweise können Berührungsängste mit den neuen Proteinquellen abgebaut werden, der Root-Food-Kochkurs liefert Ideen für vegane Köstlichkeiten. Im Kulinata-Zelt auf dem Waisenhausplatz kochen elf Teams von Montag bis Samstag elf Mittagsmenüs – frisch, fair, regional und für zehn Franken pro Teller.

Die Veranstalter rechnen mit rund 150 Mittagessen pro Tag. «Wir erwarten Menschen, die gern essen und neugierig sind», sagt Natalie Schäfer. Und sollte von den Seeländer Linsen und dem Douroc-Säuli etwas übrig bleiben, gibt es auch dafür ein Konzept. Vor dem Zelt steht ein öffentlicher Kühlschrank von «Bern isst Bern», einem Food-Sharing-Projekt gegen Food-Waste.

Berner Zeitung

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