Berner Museen sind reif für die Insel

Bern

Die vielen Museen um den Helvetiaplatz in Bern sollen ganzheitlich betrachtet und auf Synergiepotenzial untersucht werden. Zu diesem Zweck geben Kanton, Stadt und Burgergemeinde eine Studie in Auftrag.

Das Naturhistorische Museum (Bild) und sechs andere Museen im Perimeter Helvetiaplatz sollen zu einer «Museumsinsel» zusammenwachsen.

Das Naturhistorische Museum (Bild) und sechs andere Museen im Perimeter Helvetiaplatz sollen zu einer «Museumsinsel» zusammenwachsen.

(Bild: Urs Baumann)

Christoph Hämmann

Es ist ein Ziel des Stadtentwicklungskonzepts (Stek), das seit letztem Jahr überarbeitet vorliegt: Die «Inwertsetzung» der Museumsinsel im Kirchenfeld, wo die meisten Berner Museen versammelt sind. Mit der Um­gestaltung des Helvetiaplatzes und der Zusammenlegung gewisser Infrastrukturen könnte die Gegend «zu einem überregionalen Anziehungspunkt» aufgewertet werden, heisst es im Stek. Nun haben Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern beschlossen, eine entsprechende Konzeptstudie in Auftrag zu geben. Die Burgergemeinde übernehme die Projektleitung und finanziere den Auftrag vor, teilten die drei Institutionen gestern mit.

«Wir wollen die Museumsinsel ganzheitlich betrachten und prüfen, wie das grosse Potenzial des Orts aktiviert und genutzt werden kann», sagt Christophe von Werdt, Exekutivmitglied der Burgergemeinde und Vorsitzender der Steuerungsgruppe für den Studienauftrag. Mögliche Syn­ergien zwischen den verschiedenen Museen bestünden etwa bei den Sammlungsdepots, beim Empfang, bei der Kommunikation, bei Shops oder bei Re­staurations­betrieben. Spruchreif sei aber noch nichts: «Wir wollen alle Möglichkeiten offen und ohne Denkverbote ausloten.»

Zum Perimeter der Studie gehören sieben Institutionen: Alpines Museum der Schweiz, Ber­nisches Historisches Museum, Kunsthalle Bern, Museum für Kommunikation, Naturhistorisches Museum der Burger­ge­meinde Bern, Schweizer Schützenmuseum, Yehudi Menuhin Forum. Laut von Werdt gehen sie alle «offen an die Studie heran», und natürlich würden sie alle eingeladen und beteiligt. Nicht zur Debatte stünden die unterschiedlichen Trägerschaften der Häuser, hält von Werdt fest.

Freifläche im Zentrum

Zentrales Element der Auseinandersetzung mit der Museumsinsel ist laut von Werdt die Freifläche zwischen Historischem und Naturhistorischem Museum sowie jenem für Kommunikation. Diese Fläche sei zum Beispiel prädestiniert für den Bau eines Zentraldepots für die Sammlungen des Historischen Museums, solle aber ebenfalls auf ihr Synergiepotenzial überprüft werden. «Unser ganzheitlicher Ansatz soll verhindern, dass die einzelnen Museen un­zusammen­hängende bauliche Massnahmen planen», sagt von Werdt.

Ziel sei, dass die Studie im Sommer 2018 vorliege. Die Kosten dafür bewegten sich «im sechsstelligen Bereich».

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt