Berner Architekten realisieren das neue Herzstück der Insel

Bern

Das Bettenhochhaus verschwindet, das neue Herz- und Gefässzentrum wird das Inselareal prägen. Ein Berner Architektenteam hat den Wettbewerb für die Klinik gewonnen. Auch ein zweiter Neubau ist bereits konkretisiert: das Organzentrum.

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«Cœur de l’île», so heisst das Siegerprojekt einer Berner Architektengemeinschaft. Der markante Bau wird ab dem Jahr 2025 tatsächlich das neue Herz der Insel sein. Dann nämlich soll das heutige Markenzeichen auf dem Inselareal, das Bettenhochhaus, abgerissen werden . Damit wird der Blick frei auf «Cœur de l’île», das neue Herz- und Gefässzentrum. Es wird direkt an das Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum (INO) anschliessen.

Zwei Projekte sind konkret

Auf der anderen Seite des INO kommt das neue Organzentrum zu liegen. Das Organzentrum ist der zweite Neubau auf dem Inselareal, von dem nun klar ist, wie er aussehen wird. Das beste Projekt für diese Klinik reichte ein Aarauer Architekturbüro ein. Beide Siegerprojekte – Herzzentrum und Organzentrum – wurden gestern den Medien präsentiert. Damit nimmt die Planung für das Inselareal Formen an.

Mit dem Bau des neuen Herz- und Gefässzentrums soll im Jahr 2016 begonnen werden. Der Bezug der Klinik ist für 2020/2021 vorgesehen. Als das Projekt im März 2013 erstmals vorgestellt wurde, sagte die Insel-Leitung, man wolle dafür 440 Millionen Franken investieren. Der Bau des neuen Organzentrums eilt: Diese Klinik soll als Ausweichstandort für die Frauenklinik dienen. Diese muss für 36 Millionen Franken saniert werden (s. dazu Kasten).

Insel ist Bauherrin

Die Neubauten für das Organzentrum sowie das Herz- und Gefässzentrum sind die ersten Grossprojekte, welche das Inselspital in Eigenregie umsetzt. Bis jetzt war dafür die kantonale Baudirektion zuständig. Mit der neuen Spitalfinanzierung müssen die Spitäler ihre Investitionen selber stemmen. Damit wird das Spital zum Bauherrn.

Die Insel-Verantwortlichen schwärmten gestern von den beiden Siegerprojekten. «Stolz, geerdet und mineralisch», erscheine das Herz- und Gefässzentrum. Der massive Sockel des Gebäudes werde überspielt, Lichthöfe sorgten dafür, dass von oben Tageslicht in die Klinik fallen könne. Besonders hervorgehoben wurde die Tatsache, dass sich die Berner Architektengemeinschaft GWJ Architektur/IAAG/Astoc gegen 25 Teams aus dem In- und Ausland durchsetzen konnte.

Damit das Inselareal überhaupt neu konzipiert werden kann, wurde vor 5 Jahren der Masterplan Insel geschaffen. Er ist die Grundlage für die bauliche Weiterentwicklung in den nächsten 50 Jahren. Die beiden Architekturwettbewerbe fanden parallel zum Planungsverfahren für die neue Überbauungsordnung (ÜO) des Inselareals statt. Das Stadtberner Stimmvolk wird voraussichtlich im kommenden März über die ÜO abstimmen.

Kürzere Wege für Patienten

Heute seien die verschiedenen Kliniken auf dem Inselareal weit verstreut, sagt Andreas Walter, Programmleiter Masterplan. «Wir bündeln sie nun und verkürzen damit die Wege für die Patienten.» Künftig erhalte ein Patient eine Adresse und die Spezialisten kämen dann zu ihm. Ausgehend vom Intensivbehandlungs-, Notfall- und Operationszentrum würden die neuen Kliniken angeordnet. Die grösste Herausforderung für die Planer ist, dass das Inselareal während des laufenden Betriebs der Kliniken umgebaut werden muss. Deshalb bleibt auch das Bettenhochhaus bis 2025 in Betrieb. Die Öffentlichkeit hat vom 20.September bis zum 18.Oktober die Möglichkeit, die Modelle der beiden Siegerprojekte zu begutachten. Im Gebäude an der Murtenstrasse 40 ist eine Ausstellung zu sehen.

Ausstellung: Do und Fr, 16 bis 20 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr.

Berner Zeitung

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