Bernapark-Investor braucht Geduld

Deisswil

Hans-Ulrich Müller hat mit dem Bernapark in Deisswil Grosses vor. Doch bis die Pläne umgesetzt sind, dauert es länger als vorgesehen. In der ersten Etappe sind Gewerbeflächen und 100 Wohnungen geplant.

Die denkmalgeschützte Fassade des Bernaparks bleibt bestehen. Die Gebäude werden aber aufgestockt – falls das Volk im März Ja sagt.

Die denkmalgeschützte Fassade des Bernaparks bleibt bestehen. Die Gebäude werden aber aufgestockt – falls das Volk im März Ja sagt.

(Bild: Urs Baumann)

Markus Zahno

«Das Projekt ist eine grosse Chance für Stettlen», sagt Gemeindepräsident Lorenz Hess (BDP). Investor Hans-Ulrich Müller fügt an: «Eine solche Chance kommt in den nächsten 40 Jahren nicht mehr.» An einem Infoabend haben Hess, Müller und Co. die aktuellsten Pläne für den Bernapark Deisswil vorgestellt.

Neu wird die Überbauung des einstigen Kartonfabrik-Areals nicht mehr in einem Schritt geplant, sondern in drei Etappen. Derzeit liegen die Pläne für die erste Etappe öffentlich auf. Einsprachen können bis zum 18. Februar eingereicht werden, ehe am 30. März die ausserordentliche Gemeindeversammlung entscheidet.

66 Fahrten pro Stunde

In der ersten Etappe wird eine Bestandeszone mit zwei Sektoren geschaffen. Sektor A umfasst namentlich die denkmalgeschützten Fabrikhallen entlang der Bahnlinie. Diese bleiben bestehen, dürfen renoviert und aufgestockt werden. Die Bestandeszone umfasst 45 000 Quadratmeter Geschossfläche – höchstens die Hälfte darf Wohnraum sein. Geplant sind laut Müller rund 100 Loftwohnungen.

Weiter sind Gewerbe- und Büroflächen sowie kleinere Läden vorgesehen. Sie dürfen allerdings nicht zu viele zusätzliche Autofahrten generieren: In den abendlichen Spitzenzeiten ist das Kontingent vorderhand auf 66 Fahrten pro Stunde begrenzt.

Im Sektor B der Bestandeszone sind Parkplätze, Spiel- und Grünflächen und vor allem temporäre Nutzungen erlaubt. Diese können später, wenn das restliche Areal überbaut wird, wieder geändert werden.

Redimensioniert

Hans-Ulrich Müller möchte die erste Etappe in den nächsten Jahren verwirklichen. Bevor er auf dem restlichen Areal bauen kann, muss die Verkehrssituation verbessert werden. Der Schwandiweg, der der Erschliessung dient, muss ausgebaut werden. Zudem plant der Kanton bei der Einmündung in die Bernstrasse einen neuen Kreisel.

In den nächsten 20 Jahren solle im Bernapark ein Quartier mit Mehrzweck- und Markthalle, Fitnesszentrum, Kita und vielem mehr entstehen. Zudem seien Wohnungen für bis zu 2000 Leute sowie bis zu 5000 Arbeitsplätze möglich: So umschrieb Hans-Ulrich Müller einst seine Vision für die ehemalige Kartonfabrik. Mittlerweile tönt es defensiver: In den neusten offiziellen Unterlagen ist von 600 Einwohnern und 1500 Arbeitsplätzen die Rede.

Diese Angaben seien aber nicht allzu wörtlich zu nehmen, erklären sowohl Investor Müller wie auch Gemeindepräsident Hess. Die Zahlen zeigten nur, was mit den bestehenden Verkehrsinfrastrukturen möglich sei, so Hess. «Meine Vision», fügt Müller an, «ist geblieben.»

Länger als 20 Jahre

Am öffentlichen Infoabend hat Hans-Ulrich Müller Applaus geerntet. Keiner der rund 50 erschienenen Bürger hat ihm eine kritische Frage gestellt. Der Investor ist denn auch zuversichtlich, dass das Volk Ende März Ja zu diesem Projekt sagt, das seinem Leben «einen zusätzlichen Sinn» gibt, wie er betont. Er weiss aber bereits jetzt: Bis in 20 Jahren wird seine Bernapark-Vision nicht umgesetzt sein. «Das wird länger dauern. Ganz bestimmt.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt