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«Bern ist eine Stadt mit Eiern»

Er ist der Politrapper, der Bio-Öko-Prediger, der Besserwisser, der Frauenversteher, der kluge Zweisprachige. Kein Schweizer Rapper polarisiert wie Grégoire Vuilleumier alias Greis.

Ein Stück Heimat: Greis posiert in der Café-Bar Linea 9 im Berner Breitenrain vor dem Bild eines alten Nüünitrams. «An dieser Tramlinie», sagt der Rapper, «bin ich gross geworden.»
Ein Stück Heimat: Greis posiert in der Café-Bar Linea 9 im Berner Breitenrain vor dem Bild eines alten Nüünitrams. «An dieser Tramlinie», sagt der Rapper, «bin ich gross geworden.»
Urs Baumann
«Ich war ein unverbesserlicher Besserwisser, ein arroganter Sack.»
«Ich war ein unverbesserlicher Besserwisser, ein arroganter Sack.»
Urs Baumann
«Ich merkte, dass es nicht gesund ist, wenn man zu sehr mit seiner Bühnenfigur verschmilzt.»
«Ich merkte, dass es nicht gesund ist, wenn man zu sehr mit seiner Bühnenfigur verschmilzt.»
Urs Baumann
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Greis, Sie gelten als Klugscheisser. Ich behaupte: Sie sind einfach zu gescheit für einen Rapper. Greis: Ich würde nicht sagen, dass ich intelligent bin. Ich bin einfach interessiert und sauge unheimlich gerne Infos auf.

Ist das denn Voraussetzung dafür, ein guter Rapper zu sein? Überhaupt nicht. Rap ist ja einfach Musik. Diese Tatsache geht oft verloren, weil wir Rapper als so selbstbezogen gelten. Es geht oft nur um unser Erscheinen. Dabei ist Rap so zu bewerten wie jeder andere Musikstil: von der Form ausgehend, nicht vom Inhalt. Wie im Rock, Soul oder Folk gibt es im Rap intelligente und militante Songs. Und es gibt die ignoranten Songs. Aber nehmen Sie James Brown oder irgendeine andere Soullegende: Die haben tiefgründige genauso wie drogenverherrlichende Texte. Wie wir Rapper.

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