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«Bern ist ein cooler Standort»

Die Stadt Bern ist auch ein Finanzplatz. Ein Beispiel ist die Berner Vermögensverwalterin OLZ, die Anlageprodukte nach einem wissenschaftlichen Ansatz entwickelt.

Pius Zgraggen von der OLZ.
Pius Zgraggen von der OLZ.
Nicole Philipp

In der Berner Innenstadt geht es beim Schützengässchen auf der Höhe der Marktgasse 24 in den zweiten Stock. Einen Finanzdienstleister würde man hier nicht unbedingt vermuten. Herr des Hauses ist Pius Zgraggen, Mitgründer und Firmenchef des Berner Vermögensverwalters OLZ. Er führt durch die Räume mit rund zwei Dutzend Computerarbeitsplätzen. Hier setzen die Mitarbeiter das Anlagekonzept von OLZ um. Das Unternehmen beschäftigt 34 Mitarbeiter, 6 davon arbeiten in Zürich.

Das Finanzzentrum der Schweiz ist unbestritten in Zürich. Viele interessante Kunden eines Vermögensverwalters sind dort angesiedelt. Dennoch steht eine Verlegung des Firmensitzes in die Limmatstadt nicht zur Diskussion: «Bern ist ein cooler Standort», betont Pius Zgraggen. Die Stadt habe im Vergleich mit Zürich auch Vorteile: «Es gibt viele intelligente Leute, die im Finanzbereich tätig sein möchten, aber nicht unbedingt in Zürich arbeiten wollen.»

Auch mit der Unternehmenskultur will OLZ besondere Mitarbeiter anziehen: Wie bei anderen Finanzinstituten gibt es zwar auch bei OLZ einen Bonus. Doch dieser ist allein abhängig vom Gesamtergebnis des Unternehmens, nicht von der individuellen Leistungszahlen. «Wir wollen so erreichen, dass alle Mitarbeiter einen Anreiz haben, den Teamgeist zu leben und sich optimal für das Firmenergebnis einsetzen», sagt Zgraggen. Die Aktien des Unternehmens sind in den Händen der Firmengründer, der Verwaltungsräte sowie den Mitarbeitern von OLZ.

Der Urner Pius Zgraggen hat 1998 als Assistent an der Universität Bern mit den Aufbauarbeiten für das Unternehmen begonnen. Nach mehreren Anläufen war es im Jahr 2001 so weit. Er gründete das Unternehmen zusammen mit dem Professor für Finanzmanagement Claudio Loderer und Carmine Orlacchio. Der Berührungspunkt der drei war das Institut für Finanzmanagement der Universität Bern, wo Loderer als Professor und Zgraggen als Assistent tätig war und Orlacchio an einem Forschungsprojekt arbeitete. Der Italiener Orlacchio brachte auch Erfahrung ein, da er zuvor das Asset-Management einer Zürcher Privatbank geleitet hatte. Er ist heute Mitglied der Geschäftsleitung. Der Tessiner Loderer gehört seit der Gründung des Unternehmens dem Verwaltungsrat an, war aber nie operativ für das Unternehmen tätig. Der Firmenname nimmt die Namen der drei Gründer auf.

Zgraggen beschreibt das Anlagekonzept so: «Wir wenden die Erkenntnisse im Finanzmarkt, in der Mathematik und der Ökonometrie auf die Vermögensverwaltung an. Unser Fokus gilt der Minimierung des Anlagerisikos, weil Risiko prognostizierbar ist und Rendite nicht.» Es basiert unter anderem auf den Arbeiten des Nobelpreisträgers Harry Markowitz. Die Hauptkunden von OLZ sind institutionelle Anleger wie Pensionskassen, aber auch Privatkunden will das Unternehmen mit seinen Anlageprodukten ansprechen.

Heute verwaltet das Unternehmen Vermögen in Höhe von drei Milliarden Franken. Zgraggen sieht dafür weiteres Wachstumspotenzial. So will er beispielsweise noch mehr Banken finden, welche die OLZ-Fonds über ihre Kanäle vertreiben. Das andere grosse Thema ist die Nachhaltigkeit. «Wir haben dieses Konzept komplett in unsere Anlagestrategie integriert und gezeigt, dass sich das Anlageergebnis nicht verschlechtert», betont Zgraggen. Leider gebe es immer noch viele institutionelle Anleger, für die im Zweifelsfall die Performance wichtiger sei. Nachhaltig will sich Zgraggen auch bezüglich des Hauptsitzes verhalten: «Das Hirn von OLZ wird auch in Zukunft in Bern bleiben», sagt Zgraggen.

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