Bern denkt unbernisch gross

Bern

Der Kommentar von Kulturredaktorin Marina Bolzli zur geplanten Museumsinsel im Berner Kirchenfeldquartier.

Legende Fotos: Adrian Moser

Legende Fotos: Adrian Moser

Marina Bolzli@Zimlisberg

Bis 2030 soll es im Berner Kirchenfeldquartier eine Museumsinsel geben, die international ausstrahlt und bis zu einer Million Besucher anlockt. Das wäre etwa eine Verdoppelung der heutigen Besucherzahlen. Es ist ein Jahrhundertprojekt, das Kanton, Stadt und Burgergemeinde planen. 11 Institutionen werden beteiligt sein, 250 Millionen Franken wird es kosten.

Gewiss, man könnte bemängeln, dass Bern mit dieser Idee anderen hinterherhinke. Städte wie Amsterdam oder Berlin haben schon längst eine Museumsinsel. Und doch ist die Ausgangslage gerade heute gut, denn es herrscht Aufbruchstimmung. Eben hat das Museum für Kommunikation den Museumspreis des Europarats bekommen – eine Bestätigung, dass ein Berner Museum auch international auf höchstem Niveau mitmischen kann. Zudem stehen beim Historischen Museum sowieso Bauarbeiten an. Die Sanierung des schon heute repräsentativen Baus würde auch ohne Museumsquartier 100 Millionen Franken kosten.

Und ausserdem haben die Verantwortlichen mit Dieter Bogner einen Mann ins Boot geholt, der das Wiener Museumsquartier als Touristenmagnet mitgestaltete – und der an der Pressekonferenz auch Fehler einräumte, die man dabei gemacht habe. Zum Beispiel die Vernetzung der verschiedenen Museen, auf die damals zu wenig geschaut worden sei.

Es sind Fehler, aus denen Bern lernen kann. So kann die Berner Langsamkeit zum Vorteil werden, wenn Bern nun unbernisch gross denkt.

Berner Zeitung

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