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Reitschule: Berater stossen auf Kritik

Der Basler Experte Thomas Kessler unterstützt die Stadt im Reitschule-Schützenmatte-Dossier. Das stösst auf Skepsis. Selbst ein Crack wie Kessler könne «die Arbeitsverweigerung des Gemeinderats nicht ausbügeln», sagt Bernhard Eicher (FDP).

Die neue Figur auf von Graffenrieds Schachbrett: Thomas Kessler.
Die neue Figur auf von Graffenrieds Schachbrett: Thomas Kessler.
Am 24. Oktober 2017 feierte die Reitschule ihr 30-jähriges Bestehen.
Am 24. Oktober 2017 feierte die Reitschule ihr 30-jähriges Bestehen.
Christian Pfander
Die Reitschule erhält von der Stadt jährlich 380'000 Franken Subventionen, die weitgehend aus einem Mietzinserlass besteht.
Die Reitschule erhält von der Stadt jährlich 380'000 Franken Subventionen, die weitgehend aus einem Mietzinserlass besteht.
Christian Pfander
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Die Schützenmatte mit der Reitschule ist fest in Basler Hand. 2015 empfahl der Basler Soziologe Ueli Mäder in einer Studie den Dialog als wichtigstes Instrument im Management der eisigen Beziehung zwischen Polizei und Reitschule.

Im Frühjahr 2016 setzte der Gemeinderat den Basler Alt-Bundesrichter Hans Wiprächtiger als Moderator dieses Dialogs ein. Ein Gespräch zwischen Reitschülern und Polizei kam aber nicht zustande.

Nun befasst sich neu auch der polyvalente frühere Basler Stadtentwickler Thomas Kessler mit der Schützenmatte. Auf Auftrag von Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) soll Kessler mithelfen, das Verhalten der mit dem komplexen Dossier betrauten Behörden «auf seine Kohärenz hin zu überprüfen und Verbesserungsvorschläge zu geben».

Wenn man die Situation im Umgang mit der Drogenszene oder bezüglich Jugendschutz verbessern wolle, sei ein «optimales Zusammenwirken der staatlichen Stellen» nötig, so von Graffenried. Kesslers Aufgabe als Berater sei es, die Stadt dabei zu unterstützen.

«Langsam absurd»

Nichts zu tun habe Kesslers Job mit Wiprächtigers Mediation. Von Graffenried trifft sich bald mit dem Alt-Bundesrichter. Der Stadtpräsident geht davon aus, dass das Mandat beendet wird.

Namentlich bei bürgerlichen Politikern stösst der neuerliche Beraterbeizug aber auf heftige Kritik. Die SVP will in einer kleinen Anfrage im Stadtrat Zahlen zu Kesslers Entschädigung.

CVP-Stadträtin Milena Daphinoff findet zwar das Beiziehen von externen Mediatoren «nicht per se verwerflich». Dass jedoch im Fall Wiprächtiger das Mandat zu keinem einzigen Treffen geführt habe, sei «schlicht skandalös». Nun den nächsten Berater zu holen, führe «das Ganze langsam ins Absurde». Die Stadtregierung müsse für diesen Perimeter «endlich selber Verantwortung» übernehmen.

Ähnlich argumentiert Bernhard Eicher, Fraktionschef der FDP. Bisher seien alle externen Berater an Problemen um die Reitschule «grandios gescheitert». Das Grundproblem sei die schwache Haltung des Gemeinderats, der weder Regeln durchsetze noch Sanktionen verhänge. Kessler scheine eine innovative und dynamische Persönlichkeit zu sein, aber «auch er kann die Arbeitsverweigerung des Gemeinderats nicht ausbügeln».

«Ich bin verantwortlich»

Marieke Kruit (SP) findet, grundsätzlich biete eine Aussensicht die Chance, verkrampfte Situationen zu lösen. Leena Schmitter (GB) hält fest, wenn es geeignete Experten gebe, sei es richtig, dieses Fachwissen abzuholen. Um das im Fall Kessler beurteilen zu können, müsste sie die Details seines Mandats kennen.

«Die Verantwortung für das Dossier Schützenmatte liegt bei mir», entgegnet Alec von Graffenried seinen Kritikern von rechts. Zur Verantwortung gehöre es, dass die Stadt selber möglichst viel für die Verbesserung der Situation unternehme. Dazu könne Kessler als «ausgewiesener Experte» beitragen, glaubt von Graffenried.

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