Ortschwaben

Beizli und Hofladen in der Heubüni

OrtschwabenDie Familie Rüedi wagt im ehemaligen Kulturlokal Heubüni ein neues Projekt. Ab Ende Jahr gibts auf dem Hof einen Laden und eine ­Besenbeiz.

Neues Projekt in der Heubüni: Familie Rüedi eröffnet im ehemaligen Kulturlokal eine Besenbeiz und einen Laden.

Neues Projekt in der Heubüni: Familie Rüedi eröffnet im ehemaligen Kulturlokal eine Besenbeiz und einen Laden. Bild: Urs Baumann

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Es war ein abruptes Ende. Per Ende 2010 musste die Familie Rüedi das weitherum bekannte und beliebte Kulturlokal Heubüni Ortschwaben nach zehn Jahren Betrieb schliessen. Anfang 2011 fanden noch die letzten bewilligten Anlässe statt. Der Schliessung ­vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem ­besseren Ende für den einsprechenden Nachbarn. Das Bundesgericht entschied 2010, das Kulturlokal sei in der Landwirtschaftszone nicht möglich.

Umzonung scheiterte

Es gab zwar noch im Rahmen der Ortsplanungsrevision Kirch­lindach einen Versuch, mit einer Umzonung die Heubüni auf eine legale Basis zu stellen. Nach einem negativen Entscheid der kantonalen Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) im Herbst 2014 beschlossen die Gemeinde Kirchlindach und die Familie Rüedi, das Projekt endgültig zu begraben und nicht an die nächste Instanz zu gelangen. Die JGK begründete, dass es kein überwiegendes öffentliches Interesse an einer Kulturzone an einem peripheren Standort gebe.

Er möge nicht mehr weiterkämpfen, sagte damals Hans Rüedi resigniert. Man konzentriere sich fortan auf den Landwirtschaftsbetrieb, unter anderem mit dem Betrieb eines Altersheims für Pferde und der Haltung von Alpakas. Bereits bei der Schliessung vor gut sieben Jahren schrieb die Familie von einem «unheilvollen, grauenvollen Gewitter», das über die Heubüni gezogen sei. Zurück würden wundervolle Erinnerungen bleiben. Rüedis verglichen das Ganze auch mit dem Sturm Lothar. Nach solchen Ereignissen entstehe immer Neues, junge Pflanzen würden spriessen.

Bewilligung rechtskräftig

Eine solche neue Pflanze entsteht nun im ehemaligen Kulturraum der Heubüni Ortschwaben. Die Familie Rüedi wird gegen Ende Jahr einen Hofladen und eine Besenbeiz eröffnen. Das Baugesuch dazu wurde bereits vor knapp zwei Jahren publiziert. Die Einsprache eines Nachbars, kein Landwirt, habe das Ganze verzögert, sagt Andi Rüedi, der auf dem Hof seiner Eltern arbeitet. Seit ­einigen Tagen liegt nun eine rechtskräftige Baubewilligung des Regierungsstatthalters vor.

Eigene Produkte

Bevor es mit dem Laden und der Besenbeiz losgehen könne, gelte es noch verschiedene Auflagen zu erfüllen wie etwa den Einbau eines Behindertenlifts, erklärt Andi Rüedi. Der Laden und das Beizli werden dort eingebaut, wo früher das Kulturlokal war. «Besenbeiz und Hofladen sind landwirtschaftliche Nutzungen und damit zonenkonform», betont Andi Rüedi.

Im Hofladen werden hauptsächlich Produkte vom eigenen Betrieb angeboten. Als Beispiele nennt Rüedi «wollige Sachen» aus der eigenen Alpaka-Zucht, Gemüse, Obst und Fleisch. Die Besenbeiz werde rund 30 Sitzplätze aufweisen, wo die Familie Rüedi ihre Gäste selber bekochen und bewirten wird. Die genauen Öffnungszeiten seien noch nicht definiert, ergänzt er. Die Besenbeiz könne für private Anlässe gemietet werden. «Öffentliche Kulturanlässe dürfen wir wegen der Auflagen keine mehr durchführe», betont Andi Rüedi, den das Projekt viel «Schweiss und Arbeit» gekostet hat.

Die Familie Rüedi freue sich, ihren Betrieb mit «innovativen Ideen» weiterzuführen und dem Bedürfnis der heutigen Kundschaft zu entsprechen, heisst es in einer Medienmitteilung.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 13:35 Uhr

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