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Beim Bahnhof droht der Verkehrskollaps

Statt Züge fahren neu Busse nach Laupen. Für die Sensemattstrasse in Thörishaus verheisst das nichts Gutes.

Am Weg zur Bahn: Verengung des Anstosses. Foto: Enrique Muñoz Garcia
Am Weg zur Bahn: Verengung des Anstosses. Foto: Enrique Muñoz Garcia

Kann das funktionieren? In Thörishaus zweifeln nicht wenige. Mit dem Fahrplanwechsel vom Sonntag wird der Zugverkehr nach Laupen wegen Bauarbeiten eingestellt und durch einen Busbetrieb ersetzt. Ein Jahr lang steigen die Passagiere dann am Bahnhof Thörishaus auf das Postauto um. In einem Umfeld, in dem es schon ohne diese zusätzliche Belastung regelmässig zu viel Verkehr hat.

Streit um Verengungen

Der Pendlerverkehr am Montag wird es erstmals zeigen. Bis zu drei Busse gleichzeitig werden dann in den Stosszeiten am Morgen und Abend beim Bahnhof vorfahren, ein einfacher Standardbus sowie zusätzlich zwei Gelenkbusse. Letztere werden allerdings nicht wie gewohnt auf dem Bahnhofplatz haltmachen. Dafür sind die Platzverhältnisse schlicht zu eng.

Die Gelenkbusse werden die Passagiere vielmehr an der angrenzenden Sensemattstrasse aussteigen lassen, genauer auf dem Streifen zwischen der Fahrbahn und dem Gebäude, das den Denner beherbergt. Wenn sie von Laupen her ankommen, müssen die Fahrzeuge dafür die Strasse queren. Denn die Haltestelle liegt zu ihrer Linken.

Schon heute kommt der Verkehr auf der Sensemattstrasse während der Morgen- und Abendspitze regelmässig zum Erliegen. Schuld sind in den Augen der Zweifler vor Ort vor allem die zwei Verengungen, die Köniz letztes Jahr vor und nach dem Bahnhof eingebaut hat. Die Gemeinde wollte auf diese Weise den Verkehr beruhigen – doch seither, so heisst es schon länger aus den Reihen des Ortsvereins, stünden sich die Autos zur kritischen Zeit nur im Weg.

Die angekündigten bis zu drei Busse aufs Mal, so die Befürchtung, machen das Chaos noch grösser. Nicht nur, weil die beim Zu- und Wegfahren die Strasse gleich mehrfach queren und so für noch mehr Stau sorgen. Sie müssen auch um die Verengungen kurven, was gerade für Doppelgelenkbusse nicht ohne ist. Ganz abgesehen davon, dass längere Busse die Gegenfahrbahn auch länger blockieren.

Gross war deshalb die Hoffnung im Dorf, dass die ungeliebten Verengungen wenigstens für die Dauer des Busbetriebs weggerissen würden. Doch weit gefehlt – stattdessen kündigte die Gemeinde Köniz am Donnerstag an, dass sie die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für ein Jahr senke. Von Tempo 40 auf Tempo 30.

Autos fahren zu schnell

Für Gemeinderat Christian Burren (SVP) ist klar, dass die Hindernisse weiterhin ihre Berechtigung haben. Er erinnert daran, dass die Autofahrer schon heute zu schnell unterwegs sind. Ohne die Verengungen würde die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit wohl ansteigen – mit der Kombination von neuem Temporegime und bestehenden Verengungen hoffe er dagegen, dass der Verkehr auf der Sensemattstrasse generell langsamer werde. Wegen der vielen Umsteiger sei das nötig.

Trotzdem zeigt er sich offen. Sollte sich zeigen, dass der Verkehr so nicht funktioniere, müsse man über die Verengungen reden. Aber nochmals: «Vorläufig lassen wir sie stehen.»

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