«Bei der Vergabe des Cupfinals ist nur noch Bern im Rennen»

Bern

Der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried ist sehr zuversichtlich, dass der Cup­final 2018 in Bern stattfinden wird.

«Wir wollen die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ende führen», so der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried.

«Wir wollen die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Ende führen», so der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried.

(Bild: Beat Mathys/Urs Baumann)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Kehrtwende in der Stadtregierung rund um den Cupfinal: Vergangene Woche verwies Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried auf Sicherheitsdirektor Reto Nause, als diese Zeitung ihn für eine Aussage rund um den Cup­final anfragte.

Nun hat Captain von Graffenried den Ball von Nause zurückgefordert. Nach erneutem Nachhaken dieser Zeitung meldete er sich am Montagabend um 19 Uhr bei der Redaktion. Er gab breitwillig Auskunft über den Stand der Verhandlungen. Dabei betonte er: «Reto Nause und ich sprechen uns in diesem ­Dossier selbstverständlich ab.»

Beste Aussichten für Bern

Seine Aussagen lassen den Schluss zu, dass der Cupfinal am 27. Mai mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in Bern stattfinden wird: «Die Stadt Bern will die Verhandlungen mit dem Fussballverband zu einem erfolgreichen Ende führen. Nach unseren Informationen ist nur noch die Stadt Bern im Rennen», betont von Graffenried. Der letzte Satz ist einigermassen überraschend. Bislang ging man allgemein ­davon aus, dass neben Bern auch Basel, Zürich und Genf als ­Austragungsorte im Gespräch sind.

In den drei anderen Städten fand der Cupfinal in den vergangenen drei Jahren je einmal statt. Alles ist für Bern zwar noch nicht geritzt. Doch von Graffenried ist optimistisch: «Wir ­haben dem Fussballverband gewisse ­Bedingungen für eine reibungslose Organisation gestellt. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit dem Fussballverband eine ­Einigung finden werden», sagt er.

Bei den Verhandlungen spielt es offenbar keine Rolle, ob die Young Boys den Halbfinal von heute Abend gegen den FC Basel gewinnen werden. Von Graffenried sagt dazu: «Wir ­wollen den Cupfinal nach Bern holen. Und dies unabhängig ­davon, ob YB im Final stehen wird oder nicht.» Weiter möchte von Graffenried, dass die Bundeshauptstadt zum gesetzten Austragungsort des Cupfinals wird, so wie dies in den meisten anderen Ländern der Fall ist: «Die Stadt Bern will den Cupfinal nicht nur im Jahr 2018 durchführen. Unser Ziel ist es, dass der Cupfinal künftig wieder jedes Jahr in Bern stattfinden wird», erklärt er.

«Ein echtes Fussballfest»

Im Jahr 2014 kam es am Rande des Cupfinals in Bern zu wüsten Ausschreitungen. Von Graffenried hofft, dass sich die ­Bilder von damals nicht wieder­holen: «Wir wollen, dass der Cupfinal wieder ein echtes Fussballfest wird, und die Fans zum Fest einladen.» Wann die Vereinbarung zwischen dem Schweizerischen Fussballverband und den Stadtbehörden unterschrieben wird, ist nicht bekannt.

Der Verband hatte stets betont, dass die Vergabe nach den Halbfinalspielen erfolgen wird. Nach dem heutigen Match in Bern wird am Mittwoch im Spiel des ­FC Zürich gegen Grasshoppers der zweite Finalist auserkoren. Bei den Verhandlungen zwischen der Stadt Bern gibt es ein paar Knackpunkte. Zum Beispiel die Sicherheitskosten. Die ­Berner Stadtregierung hat stets darauf gepocht, dass der Fussballverband einen Grossteil dieser Kosten übernimmt. Die ­Rede ist von einem Stundenansatz von 100 Franken.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage, ob und von wo aus die Fanmärsche stattfinden werden. Die Fangruppen möchten unbedingt vom Hauptbahnhof zum Stade de Suisse marschieren. Die Stadt­behörden ziehen dagegen Märsche von den beiden Bahnhöfen Ostermundigen und Wankdorf vor.

Berner Zeitung

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